Auf der Suche nach Panamas Traumstrand

Reisebericht aus Bocas del Toro

Auf der Suche nach Panamas Traumstrand

Janosch hat wirklich nicht übertrieben: Panama ist wunderschön. Vor allem Bocas del Toro. Die dem Festland vorgelagerten Karibikinseln sind der ideale Ort für menschliche (und tierische) Faultiere. Mich hat hingegen die Abenteuerlust gepackt. Angeblich soll es hier einen Strand wie aus dem Paradies geben. Ob ich ihn finde?

Reisebericht

Da will ich auch hin!

Abenteuer Anreise

Janosch hat wirklich nicht übertrieben: Panama ist wunderschön. Besonders deutlich wird dies in der Provinz Bocas del Toro. Die dem Festland vorgelagerten Karibikinseln sind für ihren freakigen Lifestyle berüchtigt und haben auf jeden Fall einen Abstecher verdient. So wundert es auch nicht, dass jeder, dem ich bei meiner Panama-Reise begegne, sofort tönt: „Nach Bocas del Toro musst du unbedingt!“ Bei so viel Werbung lasse ich mir das natürlich nicht zweimal sagen. Zu der Inselgruppe im äußersten Norden gelangt man entweder mit dem Flugzeug oder mit dem etwas preiswerteren Nachtbus von anderen großen Städten aus. Für letzteren habe ich mich entschieden. Doch während es in Panama-Stadt noch 30 Grad warm ist, herrscht im Nachtbus eisige Kälte. Gut, dass ich meine am Flughafen von Berlin noch dringend benötigte Wollmütze aus die-hat-meine-Tante-mir-mal-gestrickt-Gründen nicht weggeworfen habe. Mit besagter Strickmütze und den beiden fur kältere Bergausflüge eingepackten Kleidungsstücken – Rollkragenpulli und Regenjacke – versuche ich, mich einigermaßen warmzuhalten und bei nicht vorhandener Beinfreiheit ein wenig zu schlafen. Erfolgsquote gleich null. Nach neun Stunden kommt der Bus morgens um fünf in der Stadt Almirante an, wo schon Taxifahrer bereitstehen und die völlig übermüdeten und durchgefrorerenen Passagiere zum Anleger zu bringen. Von hier aus geht es mit dem Boot weiter zu den Inseln. Diese teilweise recht ruppig über die Wellen fliegenden blauen Wassertaxen sind hier das einzige Transportmittel. Im Halbschlaf sitzen wir im Boot, es ist dunkel, aber langsam lugt die Sonne durch und lässt die Schönheit der Region bereits erahnen. Und warm wird es nun auch wieder.

Der beste Start für den Insel-Ausflug ist Bocas-Stadt auf der Isla Colon, und hier steigen dann auch die meisten Reisenden aus. Im Zentrum dieses Insel-Archipels sind viele Hotels direkt ins Wasser gebaut, glücklicherweise auch unseres. Sobald das Check-In abgewickelt ist, heißt es: Bei Reggae-Musik und mit einem kühlen Bier an der Bar sitzen und bei Bedarf direkt ins Meer springen. Schnell wird klar: Dies scheint ist ohnehin die Hauptbeschäftigung in Bocas-Stadt zu sein: Am Wasser sitzen und aufs Meer schauen, am besten abends, wenn der orangerote Sonnenuntergang den Atlantik in eine Traumkulisse verwandelt. Natürlich nie ohne ein gutes Getränk in der Hand.

Mit dem Boot geht's auf die Isla Bastimentos

Wenn sich dann doch noch Unternehmungslust meldet, geht es von Bocas-Stadt aus weiter auf die anderen Inseln. Mit dem Boot gelangt man von Insel zu Insel für jeweils etwa fünf Dollar. Mein erster Halt ist die Isla Baslimentos – ich will mit meinen gleichsam strandverrückten Freundinnen an den von vielen Reisenden angepriesenen „Red Frog Beach“, der seinen Namen zu recht trägt: Wer die Augen offen hält, wird nicht lange warten müssen, bis er seinem ersten roten Fröschlein begegnet. Die Tiere mit der knalligen Farbe sind kaum größer als ein Daumennagel und tummeln sich auf den die Insel durchziehenden Dschungelpfaden. Ebenso wie viele andere Tiere, für deren Anblick man zuhause in den Zoo fahren müsste: Mittelgroße Weißschulter-Kapuzineraffen, bekannt durch ihre niedlichen weißen Gesichter bei ansonsten dunklem Fell, springen laut kreischend durch die Bäume – sehr zum Nachteil der Faultiere, die doch eigentlich gerne 22 Stunden des Tages mit Schlafen verbringen und von denen auch einige auf der Insel zuhause sind. Zum Schnorcheln eignet sich die Insel ebenso hervorragend: Am Hauptstrand sind die Wellen zwar zu hoch und erschweren selbst das Schwimmen, aber etwas weiter östlich, am „Playa Polo“, lassen sich sogar bei leichtem Wellengang zahlreiche Karibikfische in den schimmerndsten Farben und große Krabben beobachten.

Hinter Friedhöfen und Dschungel wartet "Wizard Beach"

Ich frage weiter nach dem schönsten Karibikstrand, erfahre so vom „Wizard Beach“ und organsiere gleich einen Tagesausflug. Mit dem Boot geht es zunächst nach Baslimentos-Stadt. Von dort aus führt ein recht abenteuerlicher Pfad zum Strand: Zunächst geht es an vielen malerischen kleinen Fischerhäusern im Ort vorbei, dann stolpern wir über einem schon seit langem sich selbst überlassenen Friedhof und später quer durch den Dschungel. Gut 30 Minuten dauert der Weg und ist alles andere als einfach: Wir müssen über Baumstämme und Wurzeln klettern, mit unseren Flip Flops durch den Matsch schlittern und ständig nach fiesen Mücken hauen. Doch als der Dschungel sich langsam lichtet und wir schweißüberströmt den ersten Blick aufs Meer erhaschen, wissen wir sofort: Dieser Beach ist jede Wanderung wert. Wir finden uns an einem wirklich atemberaubenden Karibikstrand wieder: Umringt von hellgrünen Palmen mit feinem weißen Sand ragt das Meer in einer nahezu verlassenen Bucht auf. Durch diese Lage gehen auch die Wellen nur leicht, man kann weit rausschwimmen und hat ideale Sicht. Und das Allerbeste: An dem langen Strand sind wir fast die einzigen Gäste.

Das Paradies hat einen Namen: "Starfish Beach"

Selbst danach habe ich noch nicht genug und höre mich weiter um, welcher Strand dem Paradies gleichkommt. „Starfish Beach“ heißt es von einigen Kennern. An diesem Strand kann man – der Name lässt es vermuten – zahlreiche Seesterne im flachen Wasser sehen und mit ihnen coole Erinnerungsfotos schießen. Schon vom Boot aus sehen wir das türkisglitzernde Meer und die unglaublich grünen Palmen und ergehen uns in „Ohs“ und „Ahs“. Kaum angelegt, begeben wir uns gleich auf die Suche nach Seesternen, finden viele große Tiere und gehen dann erstmal ausgiebig schwimmen. Zum Schnorcheln ist der Strand ebenfalls ideal: Schon im flachen Wasser gibt es viele verschiedene Fische, die ich in der heimischen Ostsee wohl nie finden würde, dazu eine absolut klare Sicht bei nur leichtem Wellengang. Am Strand gibt es kleine Fischerrestaurants und natürlich für jeden von uns kühles Bier.

Der „Star Fish Beach“ war der letzte auf unserer Rundreise, nach fünf Tagen Karibikurlaub, Sonne, Panama-Bier, Reggae-Klängen und abenteuerlichen Bootsüberfahrten geht es etwas wehmütig weiter – ausgerechnet ins kühlere Hochland. Ein letztes Mal sitzen wir in der brühenden Hitze am Steg, warten auf ein Boot, das dann auch langsam eintrudelt. „Hola, hola, Bocas?“, rufen die Männer. „Si.“ Schon haben sie unsere schweren Rucksäcke ins Boot gehievt, wir hüpfen auf die hölzernen Bänke, ziehen die orangefarbenen Schwimmwesten über, öffnen das letzte Dosenbier und lehnen uns zurück, lassen uns das Meerwasser noch einmal ins Gesicht peitschen. Bis wir wieder in Almirante sind und ins Taxi steigen, zurück in eine andere Welt. Hasta luego, Bocas.

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