Bolle & Marco on tour

Ein Reisejunkie bleibt selten allein

Erkenntnisse der Woche: Bremen hat weit mehr zu bieten als Stadtmusikanten. Hightech und Landliebe sind für moderne Bauern kein Widerspruch. Und wenn Reisejunkies unter sich sind, werden aus Fremden ganz schnell Freunde. Dies und mehr im Tagebuch

Tagebuch

Woche 3


Wie schnell doch wieder die Zeit vergeht. Gerade waren wir noch am Meer in Warnemünde, das erste Mal an der Nordsee in St. Peter Ording, in Flensburg, Kiel oder auch auf dem wunderschönen Hausboot in den Vierlanden bei Hamburg. Knapp 3 Wochen sind wir nun schon unterwegs und können es gar nicht begreifen, wie viele tolle Momente wir während dieser Rundreise durch unser Heimatland schon erleben durften.


Die letzte Woche war wieder spannend und aufregend, brachte uns sogar an ziemlich abgelegene Orte. Wir haben Menschen getroffen, die unterschiedlichsten Geschichten gehört, uns mit Gleichgesinnten ausgetauscht und neue Gegenden entdeckt. Doch bevor wir zu sehr ins Detail gehen, fangen wir wie immer ganz am Anfang der Woche an.


Bremen? Da kommen doch die Stadtmusikanten her


Von Kiel aus ging unsere Reise weiter nach Bremen. Wie so oft, hatten wir auch hier wieder keinen genauen Plan. „Bremen? Das ist doch die Stadt der Bremer Stadtmusikanten oder?“ Das war dann auch schon alles, was wir über die Stadt wussten. Sehr schade, denn Bremen gefiel uns am Ende richtig gut. So viel Charme hätten wir dann doch gar nicht erwartet.


Wir checkten für ein paar Nächte im Ibis Styles im Stadtzentrum ein und fühlten uns direkt wohl. Ein gemütliches, großes Bett, eine Couch mit Fernseher, ein großzügiges Badezimmer und ein paar Tafeln Schokolade. Gewappnet mit einer Stadtkarte nutzten wir aber sofort das richtig gute Wetter aus und zogen durch die Stadt. Ihr kennt uns ja nun und wisst, dass wir uns gerne einfach treiben lassen.


Die Kamera im Dauereinsatz


Zu unseren Highlights in Bremen zählt auf jeden Fall die Wallanlage mit dem Stadtgraben. Man mag es kaum glauben, aber mitten im Stadtzentrum befindet sich diese grüne, entspannte Oase. Früher schützte diese Anlage vor Eindringlingen, heute ist es der perfekte Ort für Erholung und entspannte Mittagspausen. Für ein paar Minuten hatten wir das Gefühl, mitten in Holland zu sein. Eine wunderschöne Kaffeemühle (Restaurant & Café), das Wasser, die bunten Blumen und das saftige Grün der Bäume – jaaaaa, das ist wirklich Bremen!


Hier hielten wir uns wirklich lange auf, da diese Gegend wirklich fotogen ist. Es verging kaum eine Minute, in der wir keine schönen Bilder machten. Doch Bremen hat noch so viel mehr zu bieten. Richtig schön fanden wir auch den Bürgerpark. Diese riesige Grünfläche gehört zu den bedeutendsten Landschaftsparks in ganz Deutschland.

Ein Hauch von Berlin


Einzigartig, freundlich und offen für alle. Das ist der Bürgerpark in Bremen. Und genau so heißt er jeden willkommen, der inmitten der Großstadt Ruhe und Erholung oder Entspannung durch Aktivitäten in der Natur finden möchte. Als eine der wenigen fast vollständig erhaltenen gartenkünstlerischen Schöpfungen des 19. Jahrhunderts zählt der Bürgerpark zu den bedeutendsten Landschaftsparks in Deutschland. Unweit des Bremer Hauptbahnhofs beginnt die grüne Lunge von Bremen. Hier kann man Minigolf spielen, ein Ruderboot ausleihen, joggen, reiten, mit den Kindern auf dem Spielplatz herumtollen oder ein paar Tiere beobachten. Wir sind einmal von Anfang bis Ende durch den Park geschlendert und haben dabei die Zeit aus den Augen verloren. So viel Grün hätten wir in Bremen wirklich nicht erwartet.


Nach all den entspannten Stunden im grünen Herzen der Stadt machten wir uns nun auf den Weg in einige Stadtteile. Zuerst landeten wir im „Viertel“. Ja, dieses Viertel heißt eben einfach „Viertel“. Es zählt zu den lebendigsten, buntesten und quirligsten Bezirken der Stadt. Der Mix aus bunten Häusern, unzähligen Cafés und Restaurants sowie kleinen Boutiquen und Geschäften ließen einen Hauch von Berlin-Prenzlauer Berg verspüren. Zumindest erinnerte uns diese Kulisse irgendwie an die hippen und trendigen Bezirken in Berlin. Hier trifft man auf junge Leute, Studenten und Kreative. Wer es also bunt und lebendig mag, der sollte DAS VIERTEL (Ostertor und Steintor) unbedingt besuchen.

Bremen, du bist wunderschön!


Unweit vom Stadtteil „Viertel“ entfernt liegt das Schnoorviertel. Hier befinden sich kleine, charmante Häuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert im ältesten Viertel der Stadt. Dicht aneinandergereiht sieht man die kleinen, schmalen Fachwerkhäuser, wie Perlen an einer Schnur (plattdeutsch „Schnoor“). In den engen Gassen befinden sich viele tolle Geschäfte, Goldschmiede, Kunsthandwerksbetriebe, kuschelige Cafés und nostalgische Restaurants. Einige Gassen sind so schmal, dass man beide Seiten mit ausgestreckten Armen berühren kann.


Ach Bremen, du kannst so wunderschön sein! Vom Schnoorviertel aus schlenderten wir weiter in Richtung Altstadt. Hier entdeckt man unzählige schöne Bauwerke und Highlights. Natürlich wollten auch wir den Bremer Stadtmusikanten einen Besuch abstatten. Diese Bronzeplastik des Bildhauers Gerhard Marcus steht direkt an der Westseite des Rathauses. Das historische Bremen mit Marktplatz, Böttcherstraße, Dom, Rathaus, Domheide oder auch Stephanikirche ist auf jeden Fall sehenswert.


Auf ins Münsterland


Gerne hätten wir noch ein paar mehr Tage in Bremen verbracht, die Reise musste aber weitergehen. Und wie so oft bei dieser Rundreise landen wir auch in wirklich abgelegeneren Regionen Deutschlands. Dieses Mal waren wir zu Gast bei unserer lieben Freundin Julia. Kennengelernt haben wir uns letztes Jahr mitten im Nirgendwo in Südafrika. Gerne denken wir an den gemeinsamen Abend zurück mit all den vielen Gleichgesinnten und Reiseverrückten.


6 Monate später. Julia war rechtzeitig aus Nicaragua zurück und hatte uns prompt zu sich eingeladen. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Und so machten wir uns von Bremen aus auf den Weg nach Münster, wo Julia uns schon in Empfang nahm. Natürlich redeten wir sofort über unsere Reisen, tauschten uns aus und schwelgten in gemeinsamen Erinnerungen an Südafrika. Julia führte uns ein wenig in Münster herum und brachte uns anschließend zu dem eigentlichen Ziel unserer Reise - ihrem wunderschönen und historischen Gräftenhof Schulze Rötering.


Zu Besuch auf einem Bauernhof


Das weitläufige Gebiet umfasst eine eigene Brennerei, ein denkmalgeschütztes Landgasthaus, einen Hofladen, eine Backstube und vieles mehr. Ihr Vater betreibt hier in langer Tradition Ackerbau mit der Erzeugung von Weizen, Raps, Spargel sowie unglaublich leckeren Erdbeeren. In der eigenen Brennerei mit rund 250-jähriger Geschichte entstehen hier Edelbrände und Geiste bester Qualität.


„Wir hatten am Wochenende unser traditionelles Hoffest und ich glaube es waren mehr als 15.000 Menschen mit dabei - einfach nur der Wahnsinn. Und jedes Jahr kommen mehr und mehr hier zu uns aufs Land.“ Julia führte uns herum und zeigte uns mit Stolz dieses traumhafte Anwesen. Wir bekamen Einblick in die Spargelproduktion, die Geschichte des Hofes und durften uns die Brennerei mal ganz genau anschauen. Natürlich durften wir auch mal ein paar Variationen der Schnäpse probieren :)

Intelligenzbestie Traktor


Wir schlenderten weiter über den Hof. Julia zeigte uns die riesigen Traktoren und Maschinen. Und diese Maschinen sind wirklich riiiiiieeeeeesig, Freunde! Aus der Ferne wirken diese Maschinen ja immer so winzig und unspektakulär. Als wir aber direkt davor standen, fühlten wir uns wie in einem Transformer-Film.


"Ich sag Euch mal was...so ein Traktor ist soooo hochmodern. Ich kann beim Fahren die Füße hochlegen, denn diese Traktoren sind so konzipiert und programmiert, dass sie alle Aufgaben ohne Probleme erledigen können. Nicht einmal ein erfahrener Fahrer kann so genau arbeiten, wie diese Maschinen. Das ist der Wahnsinn! Die könnten eigentlich auch von ganz alleine aufs Feld fahren. In meinem System sehe ich auch immer ganz genau, wo der Traktor gerade unterwegs ist und welche Route er fährt.“


Die leckersten Erdbeeren


Auf dem Hof steht Nachhaltigkeit an oberster Stelle. Das Obst und Gemüse kommt von den eigenen Feldern im Herzen des Münsterlandes. Erntefrisch kann man die Leckereien dann im Hofladen erwerben....und schwubbs...eine Schale Erdbeeren frisch vom Feld für uns. SOOOOO LECKER!!! Lange nicht mehr so gute Erdbeeren genascht! Im Hofladen findet man zusätzlich noch Produkte von befreundeten Erzeugern, die die gleiche qualitative Philosophie teilen. In der Backstube werden Brote und Brötchen aus erstklassigen Zutaten und mit viel Leidenschaft gebacken - natürlich ganz traditionell im Holzbackofen. Das Mehl dazu stammt aus dem eigenen Getreideanbau.


"Leute denken immer, Landwirtschaft wäre total langweilig und altmodisch! Dabei ist dieses Thema so unglaublich spannend und vielfältig, und schaut Euch diesen Hof an. Es ist doch alles andere als öde und altbacken. Wir nutzen die neusten Technologien und Maschinen, um mit Leidenschaft das Beste aus unseren Feldern und der Brennerei rauszuholen! Meinem Vater ging es dabei nie ums Geld. Er ist einfach ein Tüftler und steckt all seine Energie in den Hof und seine Leidenschaft.“


Am Abend saßen wir gemeinsam am Tisch mit Julia, ihrer Schwester, Mutter, Bruder und zwei zuckersüßen Hunden. Wir redeten über Gott und die Welt, lachten unglaublich viel und spielten zu guter Letzt noch eine Runde Karten. Na ja gut, es waren dann doch ein paar mehr Runden.

Als Fremder kommen, als Freund wieder gehen


Was für ein wunderschöner Tag bei Julia! Am nächsten Tag machten wir noch einen Abstecher nach Verl. Noch vor einigen Wochen in Andalusien führten wir ein cooles Telefonat mit Chris & Chrissy von Packphase.de. Die beiden Reisejunkies haben in den letzten 5 Jahren schon mehr als 70 Länder bereist und wollen nun im kommenden Jahr die ganz große Weltreise starten. "Endlich mal für eine längere Zeit am Stück reisen...darauf haben wir so richtig Bock! Die 100 wollen wir schon knacken, gerne aber auch mehr!“


Da wir ja auch gerne mal spontan sind, verabredeten wir uns direkt für ein Treffen während unserer Rundreise durch Deutschland. Und so verbrachten wir einen ganzen Tag bei den beiden und konnten uns ganz in Ruhe mal so richtig austauschen. Chris & Chrissy stecken komplett in der Vorbereitungsphase und hatten natürlich viele Fragen an uns. Und da macht es uns natürlich auch etwas stolz, wenn wir unsere Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre weitergeben dürfen. Gemeinsam sprachen wir übers Reisen, über die Online-Welt und vor allem aber ließen wir unserer Kreativität freien Lauf. Die Gehirnzellen liefen auch Hochtouren und während Chrissy leider noch einmal zur Arbeit musste, zückte Chris seinen Notizblock und sammelte fleißig Ideen. Es ist und bleibt einfach immer wieder ein tolles Gefühl, auf Gleichgesinnte zu treffen.


Was uns diese Reise immer wieder zeigt


Es ist so unfassbar schön, fremden Menschen zu begegnen. Alle haben eine spannende Geschichte zu erzählen und viele verfolgen sogar die gleichen Träume und Visionen! Und wisst ihr, wie schön es ist, wenn man als Fremder den Raum betritt und ihn als Freund wieder verlässt?


Weiter geht unsere Reise nun nach Hattingen, Düsseldorf und Köln. So viel sei schon einmal vorab gesagt: spontanes Interview im Radio, ein super cooles Fotoshooting und eine Stadt, die fast dem Ballermann auf Mallorca glich. Mehr verraten wir aber erst in der nächsten Woche.


Eure Bolle & Marco

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