Nationalpark Thingvellir

Island: mein Winter Wunderland

Es gibt noch unzählige Reisen auf meiner „To Do“-Liste, aber diese – das weiß ich jetzt schon – wird eine der bedeutendsten für mich sein. Meine Leidenschaft für Island war schon immer sehr ausgeprägt und nimmt immer weiter zu. Es begann mit meinem kleinen Laster „Elfen“. Ich las viele Bücher über diese kleinen Kreaturen und stellte irgendwann fest, dass diese in Island so präsent sind, dass es sogar einen Elfenminister gibt. Immer, wenn ein neues Gebäude errichtet werden soll, muss dieser Minister erst prüfen, ob das Baugrundstück nicht eventuell bereits von Elfen besetzt ist. Ist dies der Fall, darf dort nicht gebaut werden. So gibt es auf Island zum Beispiel eine Straße, die sich um einen großen Felsen windet. Man durfte den Stein nicht fortbewegen, denn es war ein Sammelpunkt für Feen und Elfen.


Später wurde dann Björk eine meiner Lieblingskünstlerinnen. Immer wenn ich ihrer sagenhaften Musik lauschte, träumte ich von den weiten Landschaften, die atemberaubenden Nationalparks und natürlich von Nordlichtern.


Nun sollen diese Märchen für mich wahr werden. Ich bin immer gespannt wie ein Flitzebogen, wenn es auf Reisen geht, aber dieses Mal kribbelt es fast noch mehr als sonst.

Tagebuch

Glitzernde Lichter am nächtlichen Himmel, Elfen und Feen. Ein Mädchentraum wird wahr.

Bei der Ankunft am Flughafen in Reykjavik fühlt sich an, als hätte jemand auf „bis Winter vorspulen“ gedrückt. Alles ist mit Schnee bedeckt und die Gehwege sind eisig. Man bekommt schon fast ein weihnachtliches Gefühl. Es ist jetzt 17.00 Uhr und stockdunkel. Wir scheinen die wenigen Stunden Tageslicht verpasst zu haben. Zu dieser Jahreszeit geht die Sonne um ca. 10:15 Uhr auf, um sich bereits gegen etwa 16:15 Uhr. Gedankliche Randnotiz: unsere Tage müssen mit Bedacht geplant werden.

Nach dem Einchecken im Hotel treffen wir uns zum Abendessen in einem Restaurant namens Brasserie Askur, dass uns der hinreißende Hotelmanager an der Rezeption empfohlen hatte. Er lag absolut richtig. Das Essen ist bestens und die Preise sind weit von dem entfernt, was wir befürchtet hatten, denn Island soll eines der teuersten Länder der Welt sein.

Ich schwör’! Der Wind muss direkt vom Nordpol her geweht kommen. Brrr…

Unser erster Tag auf Island beginnt mit einem Spaziergang durch Reykjavik. Egal, wo der Wind herkommt, es fühlt sich an wie direkt vom Nordpol. Es ist sooooo kalt. Wir schlendern entlang der Sæbraut Promenade, vorbei an Solfar. Das nächste Gebäude ist die beeindruckende Harpa, ein faszinierender Baum mit vielen kleinen glitzernden Fenstern und einem fantastischen Blick auf den Hafen.

Eine Konzerthalle von Eliasson

Harpa ist eine noch recht neue Konzert- und Messehalle. Das Eröffnungskonzert fand am 4. Mai 2011 statt. Der Bau wurde von der dänischen Firma Henning Larsen Architects in Zusammenarbeit mit dem dänisch-isländischen Künstler Olafur Eliasson konzipiert. Eliasson ist einer meiner absoluten Lieblingskünstler! Hach, Island macht einfach immer alles richtig.

Zeit zum Shoppen

Die Uferpromenade hinter uns lassend, gehen wir den Berg hinauf in Richtung Reykjaviks „Einkaufsmeile“ aka Fußgängerzone. Wie wir gehört haben, sind die Geschäfte auch an Sonntagen geöffnet, womit also die Jagd auf Islandpullis hiermit eröffnet ist. Jagen kann man übrigens auch hervorragend in den vielen kleinen Vintageläden. Wegen ihrer Beliebtheit sind die Pullis zu regulären Preisen kaum erschwinglich (wie gefällt euch Tinis Muster-blocking Outfit? Das wird Trend!).

Die Hallgrímskirkja

Oben auf einem Hügel des Stadtzentrums befindet sich das wohl meist diskutierteste Bauwerk Islands – die Hallgrímskirkja. Obwohl sich alle sowohl über den Ort für die imposante Kirche als auch über den Namen von Anfang an einig waren, dauerte es einige Jahre und Streitkämpfe bis der Bau vollendet war.

Im Jahre 1937 erhielt der Architekt Guðjón Samúelsson den Auftrag, die Kirche zu bauen. Mit seinem Gotteshaus wollte er ein einzigartiges Gebäude schaffen, das symbolisch die isländischen Landschaften sowie die moderne Architektur vereint. Die Fassade sollte die berühmten Basaltsäulen darstellen. Die sehr hohe neugotische Halle sollte die karge Weite unterstreichen. Der weiße Innenraum sollte ein Symbol für Islands zahlreiche Gletscher sein. Man möchte meinen, dass das nach einem perfekten Plan klang.

Während der ersten Bauphase (die bis 1974 andauerte) fanden die Gottesdienste im Keller statt. Danach gab es einen würdevolleren Raum. Dennoch dauerte es weitere 12 Jahre, bis der Bau im Jahre 1986 grundlegend „funktionsfähig“ war. Unglaublich aber wahr, die Kirche war zu dem Zeitpunkt immer noch nicht ganz fertig. Die Vorderseite und die Fenster waren nur provisorisch und mussten später ersetzt werden. Im Jahre 1990 wurde die schließlich die Orgel gebaut. An dieser Stelle kann man Unmut und Kopfschütteln durchaus verstehen.

Heutzutage wird die Kirche auch für Ausstellungen oder Theaterdarbietungen genutzt. Auf dem Turm kann man täglich von 9:00-18:00 Uhr rauf steigen. Wir denken uns, dass alleine diese unglaubliche Geschichte es wert ist, 600 ISK zu investieren, um den Blick über die Stadt von hier oben genießen zu können.

Unsere Entdeckung: Das Café Kaffismiðja

Nach unserem ausgiebigen Spaziergang durch die nasse Kälte, haben wir uns einen heißen Kaffee redlich verdient. Durch Zufall landen wir in dem ganz hervorragenden Café Barista Shop Kaffismiðja. Das Erste, was gleich beim Eintreten in die warme Bude auffällt, ist die schöne Kaffee-Bar mit einer exquisiten La Marzocco Espressomaschine sowie die zwei Mazzer Mühlen.

Das Café ist urgemütlich mit Vintage Möbeln eingerichtet, so dass es sich direkt wie ein Besuch bei Oma zu Hause anfühlt. Zeit, sich betüdeln zulassen. In der Ecke steht ein Plattenspieler und eine gut sortierte Sammlung Platten direkt daneben. Solltet ihr also noch alte Schätze zu Hause haben, die ihr gerne hier hören oder sogar als Souvenir für das Café da lassen möchtet, bringt sie mit. Etwas versteckt hinter der Bar ist eine weitere gemütliche Ecke mit großen Ohrensesseln und einer kleinen Kinderecke.

Ohrensessel. Plattenspieler. Und der beste Kaffee der Welt. Danke, Kaffismiðja!

Aber nicht nur die Tatsache, dass hier jeder einfach nur wohlfühlen muss, ist das wichtigste Argument für das Kaffismiðja, der Kaffee. Die Wände sind dicht tapeziert mit Barista Auszeichnungen und natürlich könnt ihr den frisch gerösteten Kaffee hier auch kaufen, um ihn mit nach Hause zu nehmen.

Baden bei Eiseskälte?

Der Tag neigt sich dem Ende und es wird Zeit ins Auto zu springen, um zur Blauen Lagune fahren. Ein Bad im Sonnenuntergang wollen wir uns heute gönnen. Eins steht fest: Auch wenn ihr (wie ich) keine Wellnessliebhaber seid, wenn ihr einmal in dieses herrlich warm, blau-milchige, weiche Wasser eingetaucht seid, möchtet ihr nie wieder raus.

Das Kraftwerk Svartsengi befördert Wasser mit einer Temperatur von 240 ° C aus einer Tiefe von 2 km. Dieses Wasser wird verwendet, um die umliegenden Dörfer und die nahe gelegenen Flughafen zu erwärmen. Darüber hinaus wird Strom mit seinen Dampf produziert.

Von -30°C zu +30°C in einer Sekunde

Das restliche Wasser (immer noch mit einer Temperatur von 70 ° C) wird in der Blauen Lagune gesammelt. Es ist auf natürliche Weise mit Kieselsäure, Salz und Algen angereichert, welche die typischen blau-grau Wasserfarbe der Lagune erzeugen. Der Boden des Sees besteht zum Teil aus Muschelkalk und blauem Sand. Menschen mit Hauterkrankungen, vor allem Menschen, die unter Schuppenflechte leiden, können von der heilenden Wirkung des Wassers profitieren.

Der Moment, wenn man das Gebäude in Richtung heißes Bad verlässt ist richtig hart, aber das Gefühl, wenn man in das warme Wasser taucht ist schlichtweg unglaublich.

Die Entstehung der Blauen Lagune

Wegen des Ausbaus des Kraftwerks, musste der ursprüngliche Badesee weichen. Ganz in der Nähe wurde daher die Blaa Lónið errichtet. Heute ist die Blaue Lagune das beliebteste Naturbad Islands und quasi eine Art “Super-Spa”, welches täglich von Menschen aus der ganzen Welt besucht wird. Es gibt aber einfach so viele Möglichkeiten, es sich gut gehen zu lassen. Zum Beispiel einen Wasserfall aus Heilwasser, der als natürliche Massage inklusive Haut-Peeling genutzt werden kann. Man kann sich zur Entspannung ein wenig in das Dampfbad der Lava Höhle oder in eine der anderen zahlreichen Saunen setzen. Mehr als 120.000 Menschen kommen jedes Jahr, um hier ein paar entspannende Stunden zu verbringen.

Unser kleines Highlight: Die Bar geht direkt zum Wasser hin. Man kann sich also direkt in der warmen Brühe duselig Prosten. Träumchen!

Schlabberklamotten oder noch ein Ausflug?

Als wir auf dem Rückweg in unsere dicken Wintermäntel, Hüte und Schals gewickelt zum Auto gehen, können wir uns nicht vorstellen, das wir nur wenige Augenblicke zuvor lediglich mit Badeanzug bekleidet hier draußen herumgetollt sind.
Nach einem behaglichen Spa-Tag wie diesem möchte man eigentlich nichts anderes, als sich in Schlabberklamotten ins Bett kuscheln. Allerdings ist unser Tag noch längst nicht vorbei. Um 20:30 Uhr werden wir in unserem Hotel für einen Ausflug „zu den Nordlichtern“ abgeholt. Oh, ich kann es kaum glauben, träume ich doch schon seit Ewigkeiten davon, Nordlichter sehen zu dürfen. Ich habe immer gehofft, dass mir dieser Wunsch eines Tages erfüllt werden würde. Aber ich war skeptisch. Nordlichter sehen bedeutet auch: weit in den Norden reisen. Im tiefsten Winter (zu kalt, zu kalt).

Nordlichter! Komisch nur, dass ich immer dachte, sie müssten Geräusche machen, als würde eine Elfe Glitzerstaub werfen.

Aber hier bin ich nun, kleines Menschlein, inmitten von 12 mit weiteren Menschen vollgepackten Bussen, yay (Nicht. Aber wir können uns später mit unserem Bus von der Menge absetzen)! Ich bin bereit, für einen der wohl aufregendsten Ausflüge in meines Leben. Die Vorzeichen versprechen Gutes, meint der Reiseleiter. Anders als die Tage zuvor, an denen die Touren wegen der schlechten Wetterverhältnisse sogar abgesagt wurden.

Wir fahren hinaus in die Dunkelheit. Uns werden Märchen wie auch Fakten über die Aurora Borealis und isländischen Mythen aufgetischt. Wissenschaftlich betrachtet, kommt es zu dem Phänomen Polarlicht, wenn elektrisch geladene Teilchen der Magnetosphäre, hauptsächlich Elektronen, aber auch Protonen, auf einige schwere Ionen (Sauerstoff und Stickstoff) in den oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen und Prozesse auslösen, die zu geänderten Elektronenkonfigurationen führen. Bei der nach kurzer Zeit wieder erfolgenden Abregung wird Licht ausgesandt (Fluoreszenz). Nordlichter kommen meist in den hohen Breitengrad (Arktis und Antarktis) Regionen vor.

Bisher fühlt es sich so an, als wären wir in einem dieser Tornado-Such-Hollywood-Blockbuster gelandet. „Ich höre gerade, es baut sich bei Koordinate XY ein Magnetfeld auf“ – hmm, genau. Doch plötzlich schreit unser Reiseleiter “Stoppt den Bus, raus mit euch. Es geht los. Es geht los”.

Und tatsächlich, es passiert! Es beginnt mit einem sachten Glanz und entwickelt sich zu einem grünen schimmernden Band, das sich über den Nachthimmel zieht. Ich höre auf zu atmen. Ich bin so dankbar, dass mein Traum in diesem Moment in Erfüllung geht. Das Licht wird größer, verschwindet und kommt wieder zurück. Ich habe finde nicht die richtigen Worte. Ich versuche, diesen Moment einzufangen. In meinen Gedanken, aber auch auf Bildern. Natürlich sind die Fotos weit weg von der Realität, aber seht selbst:

Geschichtliches im Nationalpark

Am Sonntag machen wir unseren “unten links Ausflugstag”. Wir fahren entlang des sogenannten Golden Circles und beginnen mit dem Nationalpark Thingvellir. Der Park befindet sich etwa 50 km nordöstlich von Reykjavik auf einem Plateau. Der Nationalpark umfasst 27km², wurde im Jahre 1928 als eben solcher erklärt und ist heute der älteste Nationalpark Islands. Hier treffen die nordamerikanische und die eurasische Erdplatte aufeinander und ziehen große Risse oder Brüche in die Landschaft. Der größte „Riss“ ist Almannagjá und verdient fast den Namen Schlucht. Erdbeben kommen hier nicht selten vor.

Þingvellir wurde in der Antike als Ort zur Volksversammlung genutzt. Die Alþingi (Versammlung) in Þingvellir war Islands höchste gesetzgebende Kraft und Justizbehörde seit Beginn ihrer Gründung im Jahr 930 bis 1271. Der Lögsögumaður („Gesetz-Fels“) war der Mittelpunkt des Alþingi und diente als Bühne, von der aus die großen Reden gehalten wurden. Die Gesetzeshüter, die jeweils für eine Amtszeit von drei Jahre gewählt wurden, bildeten den Vorsitz der Versammlung und erklärten das Gesetz des Landes. Bevor das Gesetz jedoch niedergeschrieben werden konnte, wurde er erwartet, dass es aus dem Gedächtnis (wie viele Gesetze könnten es wohl gewesen sein?) rezitiert werden konnte. Neben neuen Gesetzen wurde hier außerdem der Kalender „abgenickt“ (aha?), es konnten Klagen eingereicht werden und es wurden Ankündigungen gemacht, welche für die ganze Nation wichtig waren. Jeder Teilnehmer der Versammlung hatte außerdem das Recht, sein Begehren vorzutragen.

Touristenattraktionen

Unsere Weiterreise führt uns durch atemberaubend schöne Landschaften mit Seen und sogar an einem kleinen Wald vorbei (Wälder gibt es hier kaum). Unser nächstes Etappenziel ist Geysir. Der Große Geysir, oder Stóri Geysir, hatte sich 1916 zur Ruhe gelegt, als er 1935 plötzlich aus dem Dornröschenschlaf erwachte und für einige Jahre wieder aktiv wurde, nur um dann doch wieder einzuschlafen.

In den 1970er Jahren wurde er als Touristenattraktion mit Hilfe von vielen Kilo Schmierseife künstlich zum Leben erweckt, was aber nach Protesten des Naturschutzbundes bald wieder eingestellt wurde. Seit einem Erdbeben im Jahr 2000 ist der Geysir nun wieder auf natürliche Art und Weise aktiv, er bricht allerdings nur unregelmäßig aus.

Island, du brodelst immer so schön!

Die Hauptattraktion der Gegend heutzutage ist Strokkur (The Churn), ein weiterer Geysir, der etwa 100 Meter weiter südlich des Großen Geysirs gelegen ist und in regelmäßigen Abständen (ca. alle 6-10 Minuten) eine weiße Säule mit kochendem Wasser ausspuckt. 20-30 Meter hoch kann das Wasser schießen. Das ganze geothermische Gebiet steht quasi auf einem riesigen kochenden Kessel.

Überall sieht man vor sich brodelnde Schlammtöpfe in den ungewöhnlichsten Farben: Man hört das Zischen, wenn Dampf aus der Erde tritt, überall gibt es heiße und kalte Quellen. Warme Ströme laufen die Wege entlang – da sag noch einer, diese Landschaft sei nicht vielfältig. Keine Angst, es ist so schön hier, dass man sich sogar an den stechenden Schwefelgeruch irgendwann gewöhnt. Im Winter ist es ganz besonders faszinierend zu sehen, wie schnell das eben noch ultra heiße Wasser, das aus der Erde geschossen kommt, binnen Sekunden an den Bäumen, Sträuchern und Wegen gefriert.

Gulfoss - ein magischer Ort

Heute steht uns noch ein letztes Highlight bevor: Gullfoss. Selbst wenn man im Internet Fotos von dem Wasserfall sucht und sie sich ansieht, ist man direkt von seiner Schönheit überwältigt. Und plötzlich hüpft Island wieder in die Top 3 der Reise-To Do-Liste. Als wir an dem nahe gelegenen Parkplatz halten, können wir bereits das Wasser den Abhang runter rauschen hören. Ohne dieses Geräusch würde man nicht ahnen, dass hinter der nächsten Ecke etwas ganz großes auf einen wartet.

Gullfoss liegt im Fluss Hvítá, dessen Quelle im Gletschersee Hvítavatn am Langjökull etwa 40 km nördlich von Gullfoss liegt. Das Gletscherwasser ist bräunlich, weil es viel Sedimentgestein mit sich bringt, das das Gletschereis in die Erde gehauen hat. Etwa einen Kilometer oberhalb der Fälle befindet sich eine scharf nach links biegende und breit nach unten geschwungene dreistufige Treppe, von der der Fluss abrupt in zwei Stufen (11 Meter und 21 Meter) eine Felsspalte hinunter stürzt. Der Spalt, ca. 20 Meter breit und 2,5 km lang, liegt im rechten Winkel zu der Strömung des Flusses. Die durchschnittliche Wassermenge, die hier herunter „purzelt“ beträgt 140 m³/s im Sommer und 80 m³/s in der Winterzeit.

Gullfoss wird auch “Goldener Wasserfall” genannt, da an sonnigen Tagen die hinunter rauschenden Wassermengen wir pures Gold glitzern.

Hier unten am Wasserfall zu stehen, die Schönheit der Natur zu bewundern und in Gedanken versunken zu sein, ist ein erhebendes Erlebnis. Vermutlich ging es Sigríður Tómasdóttir, der Tochter des Tómas Tómasson, die tatsächlich in der erste Hälfte des 20. Jahrhunderts den Wasserfall ihr Eigen nennen durfte, nicht anders. Sie lebte auf einem Bauernhof ganz in der Nähe und liebte Gullfoss wie kein anderer Mensch zuvor.

Während dieser Zeit wurde viel darüber nachgedacht, inwiefern man sich einen Nutzen von Gullfoss verschaffen könnte, zum Beispiel zur Energieerzeugung. Ausländische Investoren, die Gullfoss indirekt von den Eigentümern mieteten, planten bereits ein Wasserkraftwerk. Dieses hätte aber die Zerstörung des schönen Wasserfalls zur Folge gehabt.

Die Geschichte eines Widerstands

Jetzt müssen wir Sigríður Tómasdóttir dankbar sein, denn nur wegen ihr können wir auch heute die Schönheit des Wasserfalls noch genießen. Sie wehrte sich so intensiv gegen die Bebauungsideen, dass sie sogar drohte, sich selbst in die Tiefen des Wasserfalls zu stürzen, sollten Pläne in die Tat umgesetzt werden. Um ihre Drohung glaubhaft machen, ging Sigríður barfuß von Gullfoss nach Reykjavik. In jenen Tagen waren die Straßen nicht asphaltiert und als sie nach 120 Kilometern schließlich ihr Ziel erreichte, bluteten ihre zerschlissenen Füße und ihr Körper war generell in einem sehr schlechten Zustand war. Das Volk war von diesem Protestmarssch dermaßen beeindruckt, dass es sich gegen die Pläne der Investoren wehrte. Das Kraftwerk am Gullfoss wurde somit nie gebaut.Ganz ehrlich, für wunderbare Märchen wie diese kann man Island doch nur lieben.

Island, mein Winter-Wunderland

An unserem finalen Island Abend lassen wir die letzten Tage Revue passieren. Es ist einfach unglaublich, wie viele unfassbar schöne Dinge wir in dieser kurzen Zeit erlebt haben. Wir haben Landschaften gesehen, von denen man meinen könnte, sie niemals in Wirklichkeit erleben zu dürfen. Oh, du wundervolle Welt des Reisens, du bist die beste Medizin und lässt alles so verdammt richtig erscheinen, dass uns am Ende nur noch eines bleibt: Glücklich sein!

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