Zum 200. Todestag von Jane Austen: Auf den Spuren einer großen Schriftstellerin

Zum 200. Todestag von Jane Austen: Auf den Spuren einer großen Schriftstellerin

Stolz und Vorurteil wird von den Briten regelmäßig zum Lieblingsbuch gewählt und auch Austen-Verfilmungen stehen nach wie vor hoch im Kurs. Was es mit dem Kult um die Schriftstellerin Jane Austen auf sich hat und wie man sich selbst auf ihre Spuren begeben kann, erzählen wir anlässlich ihres 200. Todestages am 18. Juli.

Reiseinspiration

Eine scharfsinnige Beobachterin

So sehr es auch in den Fingern juckt, dieser Artikel wird nicht mit einer Variation auf den berühmten ersten Satz von Stolz und Vorurteil beginnen - wenngleich es natürlich in der Tat eine allgemein anerkannte Wahrheit ist, dass Jane Austen zu den größten Schriftstellerinnen aller Zeiten gehört. Ihre Romane geben Einblicke in die Regency-Zeit und sind doch zeitlos, unsterblich im Geiste von Generationen von LeserInnen verankert, die sich von Elizabeth Bennets geistreichem und sprühenden Witz mitreißen lassen, Höhen und Tiefen mit den Dashwood-Schwestern durchleben und zusammen mit Anne Elliot neue Hoffnung fassen. Jane Austen gilt als scharfsinnige Menschenbeobachterin. Keine gekünstelte Eitelkeit, kein menschlicher Makel, der ihrer schneidigen Feder entgeht. Zu Lebzeiten wurde sie von Familie und Freunden bewundert, aber auch gefürchtet, denn wenn sie sich - so will es die Legende - mitten in einem angeregten Gespräch vom Salonsofa erhob und verschmitzt in sich hineinlächelnd zu ihren Notizheften eilte, wusste man nie, ob man nicht selbst gerade Anlass zu satirischen Betrachtungen geliefert hatte.

Bücher, Notizbücher und erste Geschichten

Geboren wurde Jane Austen am 16. Dezember 1775 als siebtes von acht Kindern des Pfarrers George Austen und seiner Frau Cassandra in Steventon in der südenglischen Grafschaft Hampshire. Ihr Vater führte ein kleines Internat und so war Jane Austen es gewohnt, nicht nur von Jungs, sondern auch stets von Büchern umgeben zu sein. Eher untypisch in einer Zeit, in der Mädchen früh verheiratet wurden, nicht viel zu sagen hatten und Bildung nicht weit über Stickverzierungen hinausging, las Jane sich quer durch Romane, Lyrik und Sachliteratur. Schon früh zeigte sich ihr schriftstellerisches Talent. George Austen unterstützte sie darin voller Stolz und ihre ganze Familie war gebannt von ihren Geschichten, wenn sie daraus laut vorlas, wie es zur damaligen Zeit üblich war.

Wunderkind der Worte

Verstand und Gefühl und Stolz und Vorurteil schrieb sie in der ersten Fassung jeweils in weniger als einem Jahr und hatte somit im Alter von gerade einmal 21 Jahren neben ihren vor Fantasie überbordenden Jugendwerken schon zwei Manuskripte in der Schublade. Auch der erste Entwurf von Kloster Northanger folgte noch in den 1790er-Jahren. Wie sehr ihre Familie sie unterstützte, merkt man auch daran, dass für diesen Roman emsig ein Abnehmer gesucht und auch gefunden wurde - nur leider ließ der Verlag das Manuskript dann erst einmal vor sich hinmodern. Einen Knick in der Schriftstellerkarriere verursachte auch der Umzug der Familie nach Bath, für das Jane nicht viel übrig hatte. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahre 1805 war ohnehin nicht mehr ans Schreiben zu denken. Jane Austen, ihre Mutter und ihre ihr eng verbundene Schwester Cassandra waren aufgrund ihrer knappen finanziellen Mittel fortan angewiesen auf die Gutmütigkeit ihrer Verwandten, die sie abwechselnd bei sich wohnen ließen.

“I think I may boast myself to be, with all possible vanity, the most unlearned and uninformed female who ever dared to be an authoress.”

Jane Austen

Ein literarisches Zuhause

1809 dann der Wendepunkt: Ihr älterer Bruder Edward bot den Austen-Frauen ein Cottage in Chawton an. Nach den Jahren des Nirgendwo-richtig-Dazugehörens nahmen sie das Angebot dankbar an. Janes Schriftstellerdasein blühte wieder auf, sie überarbeitete ihre Manuskripte aus jüngeren Jahren und schrieb drei weitere Romane - Mansfield Park, Emma und Überredung, Letzteres posthum veröffentlicht - sowie ihr unvollendetes letztes Werk, Sanditon. Auf eigene Kosten veröffentlichte sie ihre Romane, die mehrere Auflagen erreichten. Im Jahre 1816 erkrankte sie jedoch schwer. Heute geht man davon aus, dass sie ein Nierenleiden hatte, das damals noch nicht behandelt werden konnte. Nach ein paar Monaten in Winchester, wohin ihre Schwester Cassandra sie in der Hoffnung auf Heilung gebracht hatte, starb sie am 18. Juli 1817 mit nur 41 Jahren. Kaum vorstellbar, was ein großer Geist wie ihrer in reiferen Jahren noch zur Literaturlandschaft hätte beitragen können.

Höhen und Tiefen

Zu Lebzeiten wurden ihre Romane anonym veröffentlicht - die Autorenangabe war ein mageres “By A Lady” -, doch relativ früh verplapperte sich ihr Bruder Henry mit stolzgeschwellter Brust und so erfreute sich Jane Austen auch zu Lebzeiten schon einiger Berühmtheit. Sir Walter Scott bedachte ihren Roman Emma mit einer begeisterten Rezension und der Prinzregent, den sie selbst unerträglich fand, erzwang sich mehr oder weniger eine Widmung. Doch was ihr Grabstein schon andeutet, auf dem nicht ein Wort über ihre schriftstellerische Gabe verloren wird, erfüllte sich im 19. Jahrhundert zunächst. Ihre Familie war bemüht, ihr Leben im Privaten zu halten. Dazu gehört auch die von Literaturwissenschaftlern ebenso wie von Austen-Fans viel betrauerte Zerstörung zahlreicher Briefe Austens, mit der ihre Schwester Cassandra die Privatsphäre der Autorin schützen wollte. So geriet Austen, bis auf einen engen Leserkreis, beinahe in Vergessenheit. Mit der Veröffentlichung einer Biografie im späten 19. Jahrhundert nahm der Austen-Kult jedoch seinen Lauf und fand schließlich seinen Höhepunkt in den 1990er-Jahren, als sich mehrere Filmproduktionen des Stoffes annahmen und eine neue Welle der Austen-Verehrung aufschwappte. Was die gute Jane wohl dazu sagen würde, dass sie heute oft als Wegbereiterin des verpönten chick-lit-Genres angesehen wird?

Stille Tugend mit Häubchen oder Vorläuferin des Feminismus?

Während auch Filmemacher oft eher die Schmonzetten-Qualitäten der Jane-Austen-Romane hervorheben, besteht in der akademischen Welt schon seit Jahrzehnten eine lebendige Debattenkultur, die die feministische und sozialkritische Kraft ihrer Texte betont. Zwar sind Austens Heldinnen auf der Suche nach “dem richtigen Mann”, doch widerstreben ihnen gesellschaftliche Zwänge ihrer Zeit. Jede möchte auf ihre eigene Weise glücklich sein. Zumeist sind sie gebildet und belesen und sehr wohl in der Lage, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Man denke nur an die nach damaligen Maßstäben als Freigeist zu bezeichnende Elizabeth Bennet, die sich nicht darum schert, dass ihr Saum fünf Zoll im Schlamm steckt, und gleich zwei Heiratsanträge ablehnt. Die kleinen und großen Heucheleien der Gesellschaft zeichnet Austen treffend in ihren Nebencharakteren. Dass persönlicher Verdienst und Charakter mehr wiegen sollten als Geburt und Stand, wird in ihrem letzten Roman, Überredung, beherrschendes Thema.

“I wish, as well as everybody else, to be perfectly happy; but, like everybody else, it must be in my own way.”

Sense and Sensibility

Ehre, wem Ehre gebührt

Die mysteriöse Jane Austen - von ihr existiert nur ein gesichertes Porträt - gibt bis heute Rätsel auf, zum einen über ihren Charakter, der in verschiedenen Quellen von demütig und lammfromm bis scharfzüngig ausschlägt, zum anderen über die vielen möglichen Interpretationen ihrer Romane. Anlässlich ihres 200. Todestages ist sie nun präsenter denn je. Pünktlich am 18. Juli wird in Großbritannien die neue 10-Pfund-Note mit ihrem Konterfei vorgestellt und es gibt zahlreiche Veranstaltungen an verschiedenen Orten, rund um Austen, ihr Leben und ihr Werk. Literaturtourismus ist keine neue Erscheinung und gerade bei Austen-Fans schon lange sehr beliebt. 2017 ist nun erst recht der perfekte Anlass, sich auf die Spuren der großen Autorin zu begeben und Südengland mit ihren Augen zu sehen.

Schauplätze von Jane Austens Leben

Steventon

In Steventon verbrachte Jane Austen die ersten 25 Jahre ihres Lebens und schrieb die ersten Fassungen ihrer Romane Kloster Northanger, Verstand und Gefühl sowie Stolz und Vorurteil. Das Pfarrhaus der Familie Austen steht leider nicht mehr, da es im 19. Jahrhundert nach einem Hochwasser abgerissen wurde. Ein Lindenbaum, den ihr Bruder James gepflanzt hat, markiert jedoch noch die Stelle, an der das Haus stand. In der Nähe befindet sich die Steventon Church, die über 600 Jahre alt ist. Hier kann man Familiengräber und einige Erinnerungstafeln an die Familie Austen sehen.

Einige Kilometer weiter nördlich steht Ashe House, wo die Lefroys, Freunde der Familie, wohnten. Als deren Neffe Tom Lefroy, der später Lord Chief Justice of Ireland wurde, zu Besuch war, verliebte sich Jane in ihn. Die Verbindung wurde abrupt getrennt, da Jane als nicht vermögend genug für eine Ehe galt.

An der alten London Road steht noch das Wheatsheaf, wo früher Postkutschen hielten und Jane Austen ihre Briefe abgab und empfing. Heute kann man hier inmitten der Original-Holzbalken am Kamin sitzen und ein herzhaftes Mahl genießen.

Veranstaltung: Noch bis zum 31. August 2017 kann man dem sculpture trail “Sitting with Jane” folgen. 24 Künstler verewigten ihre eigene Interpretation von Jane Austens Zeit, Leben und Werk auf “BookBenches”, Bänken in Bücherform, die an für Austen wichtigen Orten aufgestellt wurden. So verbindet sich die schöne Landschaft Hampshires mit Kunst und Literatur. Unbedingt sehenswert!

Bath

Nachdem sich ihr Vater zur Ruhe gesetzt hatte, zog die Familie Austen nach Bath, wo Janes Schreiben laut Überlieferung gänzlich zum Stillstand kam, einerseits aufgrund ihrer zahlreichen gesellschaftlichen Verpflichtungen, andererseits weil sie mit der Stadt einfach nicht richtig warm wurde. Dennoch ist Bath heute die Stadt, die am ehesten mit der großen Schriftstellerin in Verbindung gebracht wird und damit eine wichtige Pilgerstätte für Austen-Fans.

Sehenswertes: Zu jeder Zeit kann man die berühmten Bath Assembly Rooms besuchen, damals der gesellschaftliche Treffpunkt schlechthin. Es gibt klassische Walking Tours auf den Spuren Austens oder auch eine kostenlose Jane Austen Audio Walking Tour zum Herunterladen. Ein Muss ist 4 Sydney Place, wo die Austens zu ihren Bath-Zeiten lebten.

Ein besonderes Erlebnis ist auch das Jane Austen Centre, das in einem georgianischen Stadthaus untergebracht ist und Besuchern die gesellschaftlichen Gegebenheiten im 18. Jahrhundert und Austens Werk näherbringt und sich damit auseinandersetzt, wie die Stadt Bath ihre Romane beeinflusste.

Nachdem man Kostüme anprobiert hat und einer Wachsskulptur von Jane Austen gegenüberstand, kann man in den Tea Rooms einen authentischen high tea einnehmen und von der Dachterrasse den Ausblick auf Bath genießen. Wer dann noch nicht genug hat, deckt sich im gift shop mit Schreibwaren und Schmuck mit Austen-Bezug ein.

Veranstaltung: Dieses Jahr findet das Jane Austen Festival vom 8. bis 17. September statt - nur was für den harten Kern der sogenannten “Janeites”, denn hier muss man für einige Veranstaltungen in die Regency-Kostümtruhe greifen und sein Wissen über country dances aus dem 17. und 18. Jahrhundert auffrischen (oder sich überhaupt erst einmal aneignen). Das Thema des diesjährigen Festivals ist allerdings Northanger Abbey, also könnten auch alle daran Gefallen finden, die ein bisschen Mystik und Grusel mögen. Botanisch Interessierte können durch einen georgianischen Garten lustwandeln, der nach Plänen aus den 1760er-/1770er-Jahren rekonstruiert wurde, so wie Austen selbst ihn gesehen hätte. Ergänzt wird das Festival-Programm durch Schreibworkshops, Lesungen, Diskussionen, Konzerte und Theateraufführungen. Das Gesamtpaket ist also ein Veranstaltungsfest für Austen-Liebhaber jeglicher Couleur.

Chawton

Wenn Bath schon einen hohen Stellenwert hat, dann ist Chawton die Pilgerstätte für alle auf Jane Austens Spuren. Im Chawton Cottage, das sie 1809 mit ihrer Mutter und ihrer Schwester bezog, ist heute das Jane Austen’s House Museum untergebracht, eine interessante Sammlung an Austen-Erinnerungsstücken.

Im Jubiläumsjahr läuft noch bis zum 15. Dezember, einen Tag vor Austens Geburtstag, die Ausstellung “Jane Austen in 41 Objects”. Begleitet wird sie von Online-Texten, in denen Autoren verschiedene Aspekte ihres Lebens und ihrer Romane beleuchten. Auch im Jane Austen’s House Museum kann man an Workshops und Führungen teilnehmen und dabei einen Blick auf Jane Austens runden Schreibtisch erhaschen, an dem sie an ihren Meisterwerken feilte. Ein besonderes Schmankerl für alle Buchliebhaber ist die Chawton House Library im Herrenhaus, das einst Jane Austens Bruder Edward erbte.

Winchester

In Winchester verbrachte Jane Austen die letzten Monate ihres Lebens und in der Kathedrale von Winchester wurde sie auch beerdigt. Auf ihrem Grabstein findet ihre schriftstellerische Tätigkeit keine Erwähnung, doch später wurde eine Bronzeplakette hinzugefügt, die mit den Worten “Jane Austen, known to many by her writings…” beginnt.

Die Ausstellung Mysterious Miss Austen kann man noch bis zum 26. Juli besuchen. Herzstück der Ausstellung sind fünf Porträts, die alle zum ersten Mal zusammen unter einem Dach sind. Eines davon wurde schon seit 40 Jahren nicht mehr gezeigt. Darüber hinaus locken Erstausgaben ihrer Romane, persönliche Briefe und das einzige Kleidungsstück, das bewiesenermaßen ihr gehörte, Besucher an.

Auf den Spuren von Jane Austen: Eine besonders originelle Idee ist die Tour Rain Jane, die noch bis August 2017 beschritten werden kann und im Rahmen derer man an 39 Orten im Stadtzentrum Winchesters zwölf Austen-Zitate entdecken kann. Der Clou: Ihre prägnanten und geistreichen Weisheiten offenbaren sich nur bei Regen...

In der Kathedrale von Winchester gibt es nicht nur eine Abendandacht zu Ehren Jane Austens am 18. Juli, sondern bis Ende des Jahres auch die Ausstellung The Jane Austen Story, die ihr ganzes Leben von der Kindheit bis zu ihren letzten Wochen in Winchester erzählt.

Jane Austen für Filmfans

Auf den Stationen ihres Lebens einen Hauch Vergangenheit zu erleben und literarische Luft zu schnuppern, ist schon ein ganz besonderes Erlebnis. Dem Austen-Universum besonders nahe fühlt man sich dann noch bei einer Tour zu den Drehorten der Verfilmungen.

Unangefochten an der Spitze hält sich Stolz und Vorurteil, kaum verwunderlich, wurde doch Mr Darcy zum Inbegriff des Austen-Gentlemans und sein Anwesen in weiter Natur eine Projektionsfläche für die Tagträume zahlreicher Filmfans. Chatsworth House ist zumeist die erste Anlaufstelle für Touren auf den Spuren der Regency-Verfilmungen. Seit 16 Generationen ist das prächtige Herrenhaus im Besitz der Familie Cavendish. Elizabeth Bennets Staunen in der Filmversion von 2005 nachzuvollziehen, fällt angesichts der weitläufigen Parkanlage und der kunstvollen Details im Inneren nicht schwer. Neben Spaziergängen im satten Grün laden Konzerte und Ausstellungen zum Träumen und Stöbern ein. Ein gutes zusätzliches Argument: Schon für den Roman soll sich Jane Austen von Chatsworth House inspiriert haben lassen. Im Shop des Hauses erwartet Darcy-Anhimmler dann ein Ohnmachtsmoment, denn hier befindet sich die Original-Büste aus dem Film - mit der Bitte “Please do not kiss!” versehen. Warum nur?

Eine Jane-Austen-Tour führt aber nicht nur zu eindrucksvollen Anwesen: Naturfreunde können den sagenhaften Peak District erkunden und gleich noch eine Filmszene nachstellen. Bekannt geworden sind die Klippen von Hathersage im Osten des Nationalparks, an denen Keira Knightley in der 2005er-Version direkt am Abgrund ihre Gedanken sammelt. Hier kann man sich vom tosenden Wind umwehen lassen und sich wie eine Literaturheldin aus dem 19. Jahrhundert fühlen - von der praktischen Wanderkleidung mal abgesehen.

Die Gärten von Stourhead sind ein weiteres Traumziel: Oberhalb des malerischen Sees, inmitten der idyllischen Parkanlage, befindet sich der Tempel des Apollo - auch wenn Elizabeth Bennet Mr Darcys ersten Heiratsantrag vor dieser Kulisse ablehnt, kann man hier doch schon ziemlich ins Schwärmen geraten.

Für die BBC-Verfilmung von 1995 wurde Lyme Park in Cheshire als Pemberley ausgewählt. Der vom Anwesen rund 3 Kilometer entfernte See weckt bei eingefleischten Fans sicherlich lebhafte Assoziationen. Lacock Village and Abbey dienten für einige Pemberley-Innenaufnahmen, während Burghley House und Belton House in Lincolnshire für Lady Catherine de Bourghs Rosings Park herhielten. Beide sind für Besucher geöffnet und geben in Ausstellungen interessante Einblicke in das Leben vergangener Zeiten.

Tipps für Daheimgebliebene

Auch die größten Jane-Austen-Fans schaffen es in diesem Jahr vielleicht einfach nicht nach England. Abhilfe verspricht die unterhaltsame Reihe “Jane Austens Sidekicks” in der FAZ. Alternativ kann man natürlich auch einfach nochmal den Lieblingsroman lesen - vielleicht auch gemeinsam mit anderen Leseratten? Der Buchclub der britischen Tageszeitung The Guardian wählte Überredung (im Original: Persuasion) zum Buch des Monats für die reading group. Verfilmungen trösten ebenfalls über verpasste Austen trails hinweg, ob nun Klassiker wie Stolz und Vorurteil von 1995 mit Jennifer Ehle und Colin Firth, radikale Neuinterpretationen wie Mansfield Park von Patricia Rozema aus dem Jahr 1999 mit Frances O’Connor als Fanny Price, flockig-leichte moderne Versionen wie Clueless oder Rebellisches wie Pride, Prejudice and Zombies für Hartgesottene. Erst in diesem Jahr ist die Verfilmung ihres Jugendwerkes Love & Friendship herausgekommen - bissig wie nie und brilliant besetzt ist dieser Film ein Muss für Austen-Liebhaber. Eine originelle und herzerfrischende Neufassung von Austens beliebtestem Roman liefern die kurzen Videos der Lizzie Bennet Diaries und das gleichnamige Buch dazu.

"The person, be it gentleman or lady, who has not pleasure in a good novel, must be intolerably stupid."

Northanger Abbey

Buchtipps rund um Jane Austen:

  • A Truth Universally Acknowledged, hrsg. von Susannah Carson
  • Jo Baker: Longbourn
  • Paula Byrne: The Real Jane Austen - A Life in Small Things
  • Claire Harman: Jane’s Fame
  • Syrie James: The Lost Memoirs of Jane Austen
  • Helena Kelly: Jane Austen the Secret Radical
  • Elsemarie Maletzke: Mit Jane Austen durch England und Jane Austen - Eine Biographie
  • Kim Wilson: Auf den Spuren von Jane Austen

Bücher, die die Zeit überdauern

Jane Austens Romane waren schon bei ihren Zeitgenossen ein großer Erfolg, verschwanden dann zunächst in den Regalen und gehören nun zu den beliebtesten Klassikern der Welt. Die Grande Dame der englischen Literatur wird oft in einem Atemzug mit Shakespeare genannt, an den Universitäten werden verschiedenste Interpretationen ihrer Werke diskutiert, Autoren versuchen sich an Fortsetzungen ihrer Romane und auch die Filmbranche nimmt sich in überschaubaren Abständen der Texte an. Die Geschichten haben über die Jahrhunderte nichts von ihrer Strahlkraft eingebüßt und so wird 200 Jahre nach Jane Austens Tod ihr Werk ausgiebiger gefeiert als je zuvor.

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