Kulinarische Safari durch Südafrika (1)

Kulinarische Safari durch Südafrika (1)

Bekanntlich ist Kapstadt nicht nur die schönste, sondern auch die leckerste Stadt Südafrikas. Mein Beweis dafür: Drei sehr verschiedene Kochkurse an drei verschiedenen Orten – und alle ein Genussfest. Teil 1 der kulinarischen Safari in Afrika!

Food

  • Kulinarische Safari in Afrika

    Teil 2

Da will ich auch hin!

1. Bo-Kaap Kochkurs bei Zainie: Würzig, pikant, einfach das gewisse Extra

Das allseits bekannte Sprichwort „Viele Köche verderben den Brei“ ist im Kapstadter Bo-Kaap-Viertel fehl am Platz, denn dort gilt: „Viele Kulturen machen ihn besser“. Bester Beweis dafür ist die von Südafrikas multi-ethnischer Vergangenheit geprägte „Cape Malay“-Küche.

Genau dies vermittelt die weitgereiste und erfahrene Cape Malay-Köchin Zainie Misbach den Teilnehmern ihrer Bo-Kaap Cooking Tour. Sie erzählt nicht nur von den geschichtlichen Hintergründen ihrer Community, sondern verrät bei einem kleinen Spaziergang durch das kunterbunte Bo-Kaap auch das ein oder andere Geheimnis. So erfährt man, wieso sich in Bo-Kaap ein farbenprächtiges Haus an das andere reiht und, dass in dem kleinen Gewürzladen „Atlas Trading“ echte kapmalaiische Gewürze zu finden sind, die bei einem traditionellen Cape-Malay-Curry definitiv nicht fehlen dürfen.

Ihre 30-jährige Kocherfahrung ist Zainie überhaupt nicht anzusehen, wenn sie fröhlich und voller Elan gemeinsam mit ihren Kochschülern bei sich zu Hause den Kochlöffel schwingt. Heitere Geschichten und Anekdoten aus dem Leben der kapmalaiischen Gewürzvirtuosin lassen die Köche in Spe völlig vergessen, dass sie sich in einer „Kochschule“ befinden und gerade das kleine Einmaleins der Cape Malay-Küche lernen.

Nacheinander und mit viel Geduld zeigt Zainie, wie die kapmalaiischen Leckereien zubereitet werden. Jeder muss selbst Hand anlegen, wenn es darum geht den Teig für das Roti-Brot zu kneten, Samosas zu falten und zu befüllen oder die perfekte Masala-Gewürzmischung zu kreieren, um später ein eigenes Currygericht zaubern zu können. Für Letzteres wird großzügig mit frischen Gewürzen wie Chili, Koriander, Kurkuma, Knoblauch und Ingwer experimentiert - und das lohnt sich, denn beim abschließenden gemeinsamen Essen erlebt jeder Schüler eine aromatische Achterbahnfahrt. Ob mit oder ohne Fleisch, ob Reis oder Dal, scharfe oder milde Soße - alle Speisen tragen zu einem intensiven Geschmackserlebnis bei, das man so vorher noch nicht erlebt hat. Fazit: Fertige Gewürzmischungen adé, denn ab heute mischt jeder Teilnehmer sein ganz persönliches Masala-Currygewürz selbst.

Das Bo-Kaap ist das Herz der „Cape Malay“, der muslimischen Gemeinde Kapstadts. Ursprünglich ist sie auf muslimische, südostasiatische Sklaven und Arbeiter aus der Epoche der niederländischen Kolonialherrschaft zurückzuführen. Im 17. Jahrhundert verschleppte die Niederländische Ostindien-Kompanie (V.O.C.) viele von ihnen aus Niederländisch-Indien ans Kap. Die Mehrheit war muslimisch und sprach Malay. Auf diese Weise etablierte sich im kulturellen Schmelztiegel Südafrikas nach und nach eine muslimische Gemeinde. Heutzutage gehört sie zu Bo-Kaap wie Ebbe zu Flut. Auch die facettenreiche, würzige Küche der Cape Malay mit Kurkuma, Koriander und Tamarinde ist aus Kapstadts „Regenbogenküche“ nicht mehr hinwegzudenken.

Hier geht's weiter zu Teil 2 der kulinarischen Safari!

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