Die Dark Hedges

11 Game-of-Thrones-Gründe, sofort nach Nordirland zu reisen

11 Game-of-Thrones-Gründe, sofort nach Nordirland zu reisen

Da sieh’ einer an! Zu Zeiten als Game of Thrones noch kaum vorhandener Hirnschmalz in George R.R. Martins Kopf war, bin ich schon auf den Pfaden der späteren Verfilmung seiner Bücher gewandelt.

Reisebericht

Familie in Nordirland

Seit 2002, dem Jahr als meine Familie auf die grüne Insel auswanderte, reise ich mehr oder weniger regelmäßig nach Nordirland. Zu Anfang rumpelten wir noch mit dem Wagen über die mit Dellen und kratergroßen Schlaglöchern versehenen Landstraßen, ständig begleitet von der Angst, wir müssen gleich einen Reifen wechseln.
Wir düsten die traumhaft ursprüngliche Küste entlang, hangelten uns gefährliche Steilküsten abwärts, sprangen am Giant’s Causeway von Stein zu Stein und drehten dort sogar ein Musikvideo. Wir fantasierten uns Ritter und Königinnen im Dunluce Castle herbei und tollten nahezu mutterseelenallein auf den immergrünen Wiesen am Mussenden Temple.
Unsere Freude, dass uns dieses Königreich ganz allein gehörte, war kaum zu fassen. Nur selten trafen wir auf andere Menschen. Niemand sah, wenn wir auf die hohen Ruinenmauern kletterten und von halb abgefallenen Balkonen königliche Grüße ins Land sandten.

Der Lauf der Zeit

Im Laufe der Zeit hat sich viel geändert. Alles begann mit besseren Straßen (Der Autogott dankt!), nahm seinen Lauf mit fortwährender Werbung vom Tourismusverband auf sämtlichen Kanälen und gipfelte in plötzlich wie Pilze aus dem Boden sprießenden Besucherzentren an den jeweiligen Sehenswürdigkeiten.

Ich muss zugeben, ich bin zwiegespalten. Ich bin traurig darüber, dass ich mir die Carrick-a-Rede Hängebrücke plötzlich mit 200 weiteren Begeisterten teilen muss und, dass am Giant’s Causeway auch gut und gerne mal 8 Touristenbusse auf einmal ankommen. Aber gleichzeitig muss man zugeben, dass die Wirtschaft einen enormen Sprung nach vorne gemacht hat, was man den zuvor doch sehr gebeutelten Nordiren von ganzem Herzen gönnt.

Ein weiterer Reisehype begann mit der Ausstrahlung der Serie Game of Thrones. Im Norden Irlands lassen sich einige der Originalschauplätze finden. Welche genau, das seht ihr hier und welche Locations ihr für euren eigenen Nordirland Blockbuster unbedingt zusätzlich besuchen solltet, gibt’s oben drauf. Auf geht’s in die Sieben Königslande.

Der Wald der Weißen Wanderer und die King’s Road

1. Tollymore Forest Park

Durch den 630 Hektar Tollymore Forest hindurch fließt der Shimna River, über den insgesamt 16 urige Brücken führen, die älteste davon wurde 1726 errichtet. Wie durch einen Zauberwald wandelt man hier zwischen alten Mammutbäumen umher.
Das diche Geäst, die versteckten Höhlen sowie die gotischen Brücken und Torbögen geben einem sofort das Gefühl, auf den Pfaden Westeros gelandet zu sein.
Im Tullymore Forest Park findet die allererste Szene der Serie statt, wenn die Nachtwache im verfluchten Wald auf die Weißen Wanderer trifft.
In Staffel 4 findet hier im Wald die grausame Jagd von Ramsay und Myrande statt, in der Hunde ein Mädchen zu Tode hetzen, weil sie „mit Ihrer Schönheit Myranda verärgert habe”.

2. The Dark Hedges

Bei den Dark Hedges handelt es sich in keinster Weise um einen Wald oder ein weites Gebiet mit atemberaubender Schönheit, wie die vielen Fotos im Internet vermuten lassen. Es ist schlichtweg eine Allee mit verwunschenen Bäumen zwischen Feldern. Aber das macht die Straße nicht weniger spektakulär.
Mystisch sind die Dark Hedges seit jeher. Denn vor Ort geht die Geschichte der Grey Lady um, welche zwischen den knorrigen Bäumen ihr Unwesen treibt. Sie sei der Geist einer Magd, die vor Jahrhunderten in einem nahe gelegenen Haus wohnte und unter mysteriösen Umständen starb.
Bei Game of Thrones tritt die Allee in Aktion, wenn Arya, begleitet von den Nachtwachen, als Junge verkleidet zur Flucht aufbricht.

Weitere Wälder Nordirlands

In Nordirland gibt es weitere Wälder, in denen man das Gefühl hat, den nächsten Mittelalter-Epos drehen zu wollen. (Kleine Randnotiz: Spannender sind die gesperrten Wege. Aber ich will euch zu nichts Verbotenem überreden.):

Ness Woods
Glenariff Forest Park

Die Flusslande, Ritterturniere und Winterfell

3. Inch Abbey

Unweit des Tullymore Forest Park liegt Inch Abbey. Hier gibt es Überreste eines 800 Jahre alten Klosters, an denen einige der fesselnsten Momente von Game of Thrones gefilmt wurden. Ihr erkennt es sicher sofort wieder.
Der nahegelegene Quiloe River ist zudem Schauplatz für die Flusslande.

4. Shane’s Castle

Das im 14. Jahrhundert am Ufer des Lough Neaghs erbaute Shane’s Castle ist der Schauplatz der ritterlichen Turnierkämpfe. Ihr erinnert euch sicher an die grausamen Szene, in der Gregor Clegane der Pferd enthauptete.

5. Castle Ward

Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Castle Ward im County Down stellt Winterfell perfekt dar. Auf einem Gebiet von insgesamt 332 Hektar umfasst das Schloßgrundstück unter anderem verschiedene Gärten, einen Wehrturm, eine viktorianische Wäscherei, ein Sägewerk und eine funktionierende Kornmühle. Insgesamt findet man hier 9 Serienschauplätze auf dem Gelände. Eine der wichtigsten Szenen ist zum Bespiel die Ankunft Robert Baratheons auf Winterfell.

Zudem ist dies der Ort, der selbst das härteste Game of Thrones Fanherz zum Schmelzen bringt. Auf Castle Ward leben nämlich Odin und Thor. Gut, es sind nicht wirklich Schattenwölfe, wie sie in der Serie genannte werden, sondern finnische Tamaskans. Aber darauf kommt es beim Herumtollen sowieso nicht an.
Am Ufer des Strangford Loughs lassen sich die Überreste eines Turmhauses aus dem 15. Jahrhundert finden. Diese dienen als Location für das Haus Frey sowie Rob’s Camp. Hier bekommt ihr einen guten Eindruck davon, wie die Szenen entstehen:

Es gibt noch weitere Ruinen in Nordirland, von deren Türmen ihr euer Rapunzelhaar zur Rettung werfen könnt. Zum Beispiel Dunluce Castle.

Düstere Höhlen

6. Pollnagollum Cave

In der Pollnagollum Höhle glitzern schwarze von Feuchtigkeit überzogene Felswände im Schein der Taschenlampe. Langsam und bedächtig schleicht man durch das düstere, schier unendliche Geflecht an unterirdischen Gängen. Keine Frage, dies ist das perfekte Versteck für Beric Dondarrion und seine Bruderschaft ohne Banner.
Wem es in der Höhle zu dunkel wird, kann sich beim traumhaften Anblick des Wasserfalls vom Grusel erholen.

7. Cushenden Caves

Im Massiv der Steilküste liegen auch die Cushendun Höhlen, geformt aus den Überresten einer riesigen Bergkette, welche mittlerweile mehr als 400 Millionen Jahre den extremen Wetterbedingungen ausgesetzt ist. In der Serie sind diese Höhlen der Schauplatz für die unvergessliche Szene, in der Melisandre das Schatten Baby gebärt.

Die Sturmlande, Eiseninseln und Drachenstein

8. Antrim Coast

Egal, ob man nun Game of Thrones Fan ist oder nicht, die Küste Antrim ist jede Reise wert. Auch ich werde mich niemals satt sehen können an den steilen Klippen, an die die raue See peitscht. Niemals wird mich ein Spaziergang in den ruhige Buchten langweilen und meine Augen vergessen nie das saftige Grün der irischen Felder.
Die Küste im Nordosten dient als Kulisse für die Sturmlande. Der Ort, an dem Catelyn Stark sich mit Renly traf und schwor, den Tod ihres Mannes zu rächen.

Carrik-a-rede

Wenn ihr schon hier seid, könntet ihr ein paar persönliche Heldenszenen an der Hängebrücke Carrik-a-rede drehen.

9. Murlough Bay

Die Küste im Norden Irlands ist wie hier in Murlough Bay oft durch eine hohe Steilküste geschützt. Hier und da führen Pfade in Richtung Meer, vorbei an knorrigen Bäumen. An Tagen mit guter Sicht kann man sogar die Küste Schottlands sehen.

In der Serie diente die Bucht als Schauplatz für die Rettung Davos nach der Schlacht von Schwarzwasser.

Ganz besonders gut klettern, hüpfen und spazieren kann man am Giant’s Causeway. Ein Ort der bisher noch gar nicht so stark als Kulisse genutzt wurde. Es wird Zeit!

10. Downhill Beach

An einem Küstenabschnitt im County Derry, an dem die Küste weniger steil ist, befindet sich der 7 Meilen lange Downhill Beach, der aus feinem goldenen Sandstrand besteht. Direkt dahinter, oben auf der angrenzenden Steilküste, befindet sich am Ende einer endlos scheinenden saftig grünen Wiese der Mussenden Temple.

Der Strand mit der sich dahinter königlich erhebenden Steilküste bilden die Szenerie der Burg Drachenstein. Der Ort, an dem Melisandre eine Zeremonie abhält, um ihren Gott, den Herrn des Lichts, zu ehren. Dabei werden hölzerne Abbilder der Sieben, der in Westeros angebeteten Gottheiten, symbolisch verbrannt.

11. Ballintoy Harbour

Dieser verschlafene kleine Hafen, welcher heutzutage noch von Fischern genutzt wird, wurde für die Serie in die Eiseninseln verwandelt, an denen Theons Rückkehr statt findet.

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