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NYC: Eine Food Tour durch Little Italy und Chinatown

NYC: Eine Food Tour durch Little Italy und Chinatown

Frage: „Und was machst du immer so, wenn du in New York bist?“ Antwort: „Essen!“


Es war 1995 als ich zum ersten Mal nach New York City kam. Mit einer Rasselbande an jugendlichen Schülern nahmen wir an einem Austausch in einem kleinen Ort im Norden des Bundesstaates New York, teil. Zwei Jahre später absolvierte ich mein Senior Year an der Highschool. Immer wieder kehrte ich zurück, aber nie entfachte meine große Liebe für diese Stadt. New York ist für mich dieser Ort, der sich wie die Heimat anfühlt, der man entwachsen ist. Ein Kuhkaff, in das man nicht zurück ziehen möchte. Die Stadt zu der ich nie nein sagen kann, weil sie doch irgendwie zu mir gehört.


Einige meiner Freunde sind in die Stadt gezogen und so kehre ich immer wieder zurück. Neben ihnen liebe ich vor allem eins in New York City: das Essen. In kaum einer anderen Stadt habe ich ein derart vielfältiges Angebot gefunden. Seien es die leckersten Doughnuts der Welt, die schönsten Food Märkte oder die außergewöhnlichsten Fusion Food Kreationen.


Bei meinem letzten Besuch wollte ich mehr über die zwei bekanntesten kulinarischen Viertel der Stadt erfahren: Little Italy und Chinatown. Mit Ahoy NY Tours & Tasting und meinen Freunden Matze und Daniel ging es auf Schlemmertour.

Food

Little Italy

Als wir unsere Tourleiterin Liz treffen, sind wir direkt schockverliebt, denn wir sprechen absolut die gleiche Sprache. Sie liebt Essen. Man merkt es ihr sofort an, wenn sie leidenschaftlich von der Zubereitung verschiedener Speisen spricht und ihre Augen dabei funkeln. Sie erzählt uns von ihren Lieblingsgerichten und -Restaurants. Meine Liste für New York wird immer länger.

Die Tour hat von Anfang an eine ganz persönliche Note und wir alle, die wir aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt kommen, plaudern direkt munter los und erzählen uns von den leckersten Dingen, die wir je gegessen haben.

Während wir von unseren liebsten italienischen Gerichten sprechen, erzählt Liz uns die Geschichte von Little Italy: Ende des 19. Jahrhunderts kamen Menschen aus Neapel und Sizilien in Scharen nach New York. Zu Hause in Europa machte das Gerücht die Runde, dass New York die Stadt sei, wo das Gold auf den Straßen liege. In der Hoffnung auf ein besseres Leben, quetschten sich die Süditaliener zu tausenden für zwei bis drei Wochen in die dritte Klasse der Transatlantik-Schiffe, um in das gelobte Land zu gelangen.

Ungefähr 40.000 Italiener nisteten sich in 17 Blocks von der Canal zur Houston Street und zwischen der Lafayette Street und Bowery auf engstem Raum in die schmalen Häuser. Die Häuser waren dicht an dicht gebaut. Es gelangte kaum Tageslicht hinein. Krankheiten wie Tuberkulose schlugen um sich. Später zogen die wohlhabenderen Italiener in andere Stadtviertel. Das heutige Little Italy befindet sich in um die Mulberry und Grand Street herum. Auch wenn längst nicht mehr so viele Auswanderer wie damals hier leben, merkt man sofort das italienische Flair.

Ferrara Bakery & Cafe

Das Ferrara ist die älteste Espresso Bar New Yorks. Zu Anfang war sie ein reiner Männerclub. Im Laufe der Jahre erkämpften sich auch die Frauen ihren Platz hier und erweiterten das Angebot um italienisches Gebäck. Früher wie auch heute noch ist das Café für seine außerordentlich guten Canolli bekannt. Cannoli sind ein traditionelles sizilianisches Gebäck. Ein knuspriges Teigröllchen wird mit einer Masse aus Ricotta und Schokostücken gefüllt.

Adresse: 195 Grand Street
Öffnungszeiten: Montags bis Donnerstags 8:00-23:00 Uhr, Samstag 8:00-11:00 Uhr, Sonntags geschlossen

Alleva Dairy

Ich feiere die Tour jetzt schon, denn ich gehöre zu den Menschen, die unter keinerlei Lebensmittelintoleranz leiden und Vegetarierin bin ich ebenfalls nicht. Alleva Dairy älteste Käseladen New Yorks ist also mein Paradies. Neben Käse in verschiedensten Variationen, gibt es hier auch Wurst und Schinken. Als mein Blick in die große gläserne Vitrine fällt, lachen mich die frittierten Käsebälle an. Ich verzichte lieber. Wer weiß, womit mich Liz auf der Tour noch alles füttert?

In dem Moment kommt sie schon mit einem Tablett voller frischem Mozzarella und Prosciutto auf uns zu.

Adresse: 188 Grand Street
Öffnungszeiten: täglich von 9:00-17:00 Uhr

Piemonte Ravioli Co.

Der Schein trügt! Als wir die Piemonte Ravioli Company betreten, befinden wir uns in einem kleinen, fast quadratischen Verkaufsraum. Überall liegt frische Pasta aus. Es gibt sie in allen verschiedenen Variationen und Geschmacksrichtungen.

Durch eine dicke Eisentür sehe ich, dass es dahinter noch weitergeht. Richtig, dort ist die Küche, in der die Pasta hergestellt wird. Die Piemonte Ravioli Company ist der Pastalieferant für sämtliche Restaurants in der Gegend. Im Regal hinter der Kasse liegen Notizbücher. In Ihnen vermerkt die Chefin noch immer handschriftlich, welche Sorte Pasta die Küchenchefs der Restaurant am liebsten mögen.

Adresse: 190 Grand Street
Öffnungszeiten: Dienstags bis Samstags von 8:30-18:00

Di Palo’s Fine Foods

Di Palo’s ist das perfekte Delhi, mitten im italienischen Schlaraffenland. Über den Theken, die mit Käse und Wurst gefüllt sind, hängen Schinken. Es gibt Oliven und eingelegtes Gemüse. In Körben und Holzeimern liegen Brotlaibe. Mit uns betreten drei New Yorker Feuerwehrmänner den Laden. Sie scheinen öfter herzukommen, denn sie gehen schnurstracks zum Tresen und wissen sofort, was sie bestellen möchten.


Bei der großen Auswahl bin ich erstmal überfordert. In diesem Moment kommt ein freundlicher Herr von Di Palo’s und fragt, ob er mir helfen könne oder ob ich was probieren möchte. Ich erkläre, dass ich zu der Food Tour gehöre und damit sicherlich bestens versorgt bin.

Während wir kurz darauf in einer Ecke des Ladens Oliven und Brot mümmeln, erzählt uns Liz, dass sie hier oft einkaufen kommt und egal, wie voll der Laden auch sein mag, die Mitarbeiter nehmen sich immer für jeden einzelnen Kunden Zeit, um ausführlich über die Produkte zu plaudern.

Adresse: 200 Grand Street
Öffnungszeiten: Montags bis Freitags 9:00-18:30 Uhr, Samstags 9:00-18:30 Uhr und Sonntags 9:00-16:00 Uhr

Chinatown

Direkt an Little Italy grenzt Chinatown. Knapp 100.000 Chinesen leben hier. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die Einwanderung der Chinesen so stark zugenommen, dass ab 1880 strengere Einwanderungsgesetze in Kraft traten. Noch immer kamen viele Chinesen, hauptsächlich für den Eisenbahnbau, nach Amerika, aber sie durften nun nicht mehr ihre Ehefrauen und Familien mitbringen. Chinatown wurde mehr und mehr zu einem Junggesellen-Viertel. In Chinatown wurden seit jeher Traditionen gepflegt und weitergegeben. Auch heute sprechen hier noch weniger all 55% der Einwohner englisch.

Als wir um die Ecke biegen, sehenl die Häuser noch gleich aus, aber plötzlich prangen überall Leuchtreklamen und Werbetafeln mit chinesischen Schriftzeichen.

Nom Wah Tea Parlor

Unsere kulinarische Tour durch Chinatown beginnen wir im Nom Wah Tea Parlor. Ich bin dankbar, dass ich zu Liz’ Gruppe gehöre, denn vor dem Restaurant steht eine lange Schlange hungriger Menschen, die auf einen Platz warten. Wir stolzieren an ihnen vorbei. Sie tun mir ein bisschen leid, denn heute regnet es Bindfäden.

Wir nehmen an einer langen Tafel Platz. Wir sitzen kaum, als plötzlich wie von Zauberhand Frühlingsrollen, Dim Sum und Baozi (gedämpfte, mit Fleisch gefüllte Teigtaschen) auf den Tisch fliegen. Das ist eine Menge Essen und es ist köstlich. Ich würde beim nächsten Besuch auch im Regen warten.

Adresse: 13 Doyers Street
Öffnungszeiten: täglich 10:30-22:00 Uhr

Tasty Dumpling

Ich liebe Dim Sum und ganz besonders die gedämpften Teigtaschen. Liz führt uns weiter in einen kleinen unscheinbaren Imbiss, in den ich ohne sie wahrscheinlich nie gegangen wäre. Alles ist sehr schlicht und zweckmäßig eingerichtet. Da es immer noch regnet, stellt sich unsere Gruppe hinter die Eingangstür an die Seite. Die Inhaber schienen nicht hocherfreut über diesen Stau zu sein und reichen uns schnell ein paar Schalen Dim Sum.

Egal, wie sehr es hier wie im Schnellmbiss aussieht und wie unfreundlich die Leute auch sein mögen, das sind die besten Dim Sum, die ich je gegessen haben. Ich schaue auf die Menütafel, die über dem Kassentresen hängt und knuffe meinem Freund Daniel in die Seite. Ich glaube erst, der Regen hätte meinen Blick vernebelt, aber Daniel bestätigt: eine Portion mit acht Teigtaschen kostet 2,50 USD (2,35 EUR). Tasty Dumplings hat einen neuen Stammgast.

Rundum glücklich mit unserem Magen voller Leckereien fragt uns Liz, was unser persönliches Highlight der Tour war. Das ist eine schlimme Frage! Fast so, wie „Welches ist dein Lieblingsort oder dein Lieblingssong?“. Ich habe so viele leckere Dinge gegessen und soviel über diese beiden Stadtteile gelernt, dass ich mich für kein Highlight entscheiden kann. Spontan nenne ich die Teigtaschen, mit denen ich gefühlt gerade meinen Magen randvoll geschaufelt habe, als Liz in ihre Tasche greift und jedem von uns uns einen Mandelkeks gibt. Die hatte sie für uns noch aus dem Nom Wah Tea Parlor geschmuggelt. Wir knuspern und krümeln den nun auch noch weg und fallen ihr dann um den Hals, um uns für diese wundervolle Tour zu bedanken.

Adresse: 42 Mulberry Street
Öffnungszeiten: täglich 9:00-20:30 Uhr

Informationen:

  • Die Touren finde hauptsächlich am Wochenende und drum herum statt. Einen Kalender mit anstehenden Touren findest du auf der Webseite von Ahoy New York Tours & Tasting
  • Kosten: 51,00 USD (48,00 EUR) für Erwachsene und 38,00 USD (29,00 EUR) für Kinder
  • Weitere kulinarische Tipps für ganz New York findest du im Ahoy Tours & Tasting Blog

Many thanks to Ahoy Tours & Tasting for taking us on the delicious tour. Liz, you were simply loveable! Thank you so much for all the history you taught us, showing us those hidden gems and of course the happy and full stomach.

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