Panama City – Wolkenkratzer, Kolonialbauten und Großstadtdschungel

Panama City – Wolkenkratzer, Kolonialbauten und Großstadtdschungel

Viel Zeit haben wir nicht in Panama-Stadt. Leider! Dabei eilt der Metropole der Ruf voraus, zu den schönsten Städten in Lateinamerika zu gehören. Mit ihren prächtigen Kolonialbauten, Skyscrapern und einem tropischen Dschungel mitten in der City hat sie auf jeden Fall das Zeug dazu. Meine Tipps für einen Kurzbesuch

Reisebericht

Da will ich auch hin!

Zwei Dinge sollten für jeden Panama-Reisenden auf der Liste stehen: Ein Ausflug zum berühmten Panama-Kanal und ein Besuch des „Parque Natural Metropolitano“. Zum Park wollen wir gleich am ersten Tag. Idealerweise ist das kleine Tropenparadies nicht weit entfernt vom Zentrum, sodass man mit dem Taxi schnell dort ist. Für sage und schreibe vier Dollar – ein vergleichsweise günstiger Eintrittspreis in der 1,5-Millionen-Einwohnerstadt – gelangt man in diesen Innenstadtdschungel und sieht dort so ziemlich jedes Tier, das die Fauna des Landes zu bieten hat: Faultiere, Leguane, diverse Vögel in den schillerndsten Farben, ganze Waschbärfamilien, Schildkröten und außerdem jede Menge tropische Pflanzen und Bäume. Wenn man langsam schlendert, kann man in dem Park vier Stunden wandern und staunen (Verpflegung nicht vergessen!).

Der Panama-Kanal, das "achte Weltwunder"

Am zweiten Tag geht es zum berühmten Panama-Kanal. Der 84 Kilometer lange Kanal wurde 1914 fertiggestellt und verbindet seitdem Atlantik und Pazifik. Er zählt zu den berühmtesten Wasserstraßen der Welt wird oft als „achte Weltwunder" betitelt. Für Touristen, die in Panama Urlaub machen, ist das imposante Bauwerk ein Must-Have. Es fährt ein Bus direkt zum „Visitor Center“ des Kanals, leider können wir den Busbahnhof nicht finden. Es sind mal wieder 30 Grad, wir waren spazieren und sind eigentlich schon am Ende unserer Kräfte. Also nehmen wir ein Taxi. Als der Fahrer uns eröffnet, dass wir von der Haltestelle noch ewig zum Eingang laufen müssen und er uns für weitere fünf Dollar direkt dorthin bringen könnte, knicken wir ein. Abenteuer Busfahrt wird auf ein anderes Mal verschoben. Wir halten direkt vorm Besuchercenter und zahlen 15 Dollar für die Eintrittskarte. Mit dem Ticket kann man sich zunächst einen Film über die Enstehung des Kanals ansehen, sogar auf Englisch. Der Film ist jedoch sehr einseitig und zeigt vor allem viele jubelnde Menschen – der Kanal ist ganz klar der ganze Stolz des Landes. Aber er verschweigt zum Beispiel die Tatsache, dass mehr als 20.000 Arbeiter beim Bau des Kanals an von Moskitos übertragenen Krankheiten verstarben.

Viel informativer wird es dann schon im mehrstöckigen Museum. Langweilige historische Bilder mit ewig langen, unverständlichen Texten – so in etwa ist ja die Museumsdefinition von Museumshassern wie mir. Das ist hier jedoch erfreulicherweise nicht der Fall. Im Kanalmuseum werden neben den Bildern auch originäre Bauelemente ausgestellt und es gibt jede Menge spannende Kurzfilme. In Aquarien schwimmen Fische aus den beiden Weltmeeren, in anderen Ecken kann man nachgebaute Schleusen selber bedienen oder sich ins Cockpit eines imaginären Frachters setzen und den Kanal entlang tuckern. Pünktlich um 14 Uhr sind wir im obersten Stockwerk auf der Terrasse, denn jetzt öffnen sich die Schleusen und wir können sehen, wie die wartenden Schiffe in den nächsten Kanalabteil gelassen werden. Überdies hat man von hier oben eine wirklich atemberaubende Aussicht aufs ganze Kanalgeschehen. Wir verbringen gut eine Stunde nur mit Schauen, Fotos machen und Staunen.

Im "Casco Viejo" gibt's Prachtbauten und das beste Nachtleben

Neben diesen Hauptattraktionen sollte man sich auch einfach mal so durch Panama-Stadt treiben lassen: Es wimmelt von fröhlichen und hilfsbereiten Menschen, es gibt keinen Taxifahrer, der nicht sofort ein Selfie machen will oder selbstverständlich das Radio lauter stellt, sobald man mitsummt, keinen Polizisten, der sich nicht alle Zeit der Welt nimmt, um den Weg zu erklären und keine Spaziergänger, die einem nicht freundlich zulächeln. Apropos Spaziergang: Schon das Flanieren am Ufer ist ein echtes Erlebnis: Die Skyscraper der Stadt spiegeln sich im himmelblauen Wasser und es gibt lustige Fitnessgeräte, außerdem viele Restaurants und Snackwagen sowie den berühmten Fischmarkt. Abends wimmelt es an der Uferpromenade von Touristen und Einheimischen, die sich zum Joggen, Outdoor-Aerobic oder einfach auf ein kühles Bier treffen.

Zum Schlendern eignen sich außerdem die Viertel „Casco Viejo“ und „Marbella“. Das Casco Viejo, das historische Viertel der Stadt Panama, verzaubert durch seine koloniale Architektur und mit verschiedenen schönen Kirchen. Das Viertel ist Weltkulturerbe der Unesco und hat auch viele tolle Restaurants und Bars zu bieten. Dementsprechend spielt sich hier auch das Gros von Panamas Nachtleben ab: Gefeiert wird in Rooftop-Bars mit Blick auf die nachts funkelnde Stadt. Marbella ist das Bankenviertel der Stadt und mit den modernen Hochhäusern und teuren Wohnkomplexen das komplette Gegenteil. Shoppen kann man in beiden Vierteln auch ausgiebig, aber noch mehr Spaß macht dies in der Albrook Mall direkt am Busbahnhof. Dort befindet sich das größte Einkaufszentrum von ganz Mittelamerika, in dem sich Menschen wie ich zwangsläufig mehrmals verlaufen. Das macht aber nichts – bei den mehr als 700 Geschäften verirrt man sich doch gerne. Wir haben dann auch keinen Menschen getroffen, der das Zentrum ohne Einkaufstüten verlassen hat.

Bevor es weitergeht, wollen wir uns Panama-Stadt nochmal von weitem ansehen – sprich von einer Insel. Wir entscheiden uns gegen einen Ausflug auf die als wunderschön geltende Insel San Blas, denn schon die Anfahrt kostet mehr als 100 Dollar und da würde sich ein Tagesausflug kaum lohnen. Stattdessen nehmen wir für 20 Dollar die Fähre zur Isla Taboga und verbringen den letzten Tag am Strand. Die Insel kann vielleicht nicht mit einem Paradiesstrand aufwarten, hat aber viele niedliche Restaurants, Shops und entspannte Einwohner. In den verwinkelten Gassen findet man bei einem Rundgang ganz verschiedene Blumen, weshalb die Island Taboga auch Blumeninsel genannt wird.

Dann heißt es schon Abschied nehmen von der aufregenden Stadt. Fazit: In viereinhalb Tagen kann man jede Menge erleben in Panama-Stadt, zu kurz ist es dennoch. Nächstes Mal bleiben wir länger.

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