Salar de Uyuni in Bolivien: Reise ins ewige Weiß

Salar de Uyuni in Bolivien: Reise ins ewige Weiß

Der Salar de Uyuni in Bolivien ist ein surreales Naturspektakel und das Highlight jeder Bolivien-Reise. Auf über 10.000 Quadratmeter erstreckt sich die größte Salzwüste der Erde. Ein Besuch sollte aber gut geplant sein, denn in der Gegend herrschen extreme Bedingungen. Wir geben dir Tipps.

Reiseinspiration

Da will ich auch hin!

Aus der Vogelperspektive sieht man zunächst einen riesigen weißen Fleck, mitten im Nichts. Wie ein Gletscher breitet er sich hoch oben in der bolivanischen Hochebene Altiplano aus. Und man könnte meinen, es seien Schneekristalle, die hier auf 3.653 Metern Höhe glitzern.

Tatsächlich ist der Salar de Uyuni, der sich im fünfeckigen Wabenmuster über mehr als 10.000 Quadratmeter zieht, eines der größten Salzvorkommen der Erde. Zeuge eines jahrtausendealten Naturphänonomens, entstanden aus prähistorischen Binnenseen. Oder romantischer ausgedrückt: Hier lagert tonnenweise "weißes Gold", das schon in der Antike als ein Geschenk der Götter galt.

Wenn du einen Bolivien-Urlaub planst und Zeuge dieses Naturspektakels werden möchtest, solltest du zunächst entscheiden, ob du die größte Salzwüste der Welt oder den größten natürlichen Salzsee besuchen willst. Denn je nach Jahreszeit variiert dies. Im Winter, von Juli bis November, ist der Salar de Uyuni ausgetrocknet und du stehst auf einer gigantischen weiß leuchtenden Salzplatte. In der Sommerzeit bedeckt eine mehrere Zentimeter hohe Wasserschicht den Salzboden, der Himmel spiegelt sich in der gigantischen Wasseroberfläche. Die Fläche des Salar erstrahlt in grellem Weiß und scheint nicht von dieser Welt.

Solltest du dich für die Wintermonate entscheiden: Auch in der Trockenzeit gibt es einige kleinere, tiefer gelegene, mit Wasser bedeckte Stellen, wo das perfekte Foto dich auf einem Sprung über dem Spiegel einfängt. Aber Achtung: Von Juni bis August fallen die Temperaturen nachts auf bis minus 20 Grad. Es bilden sich gefrorene Lagunen, Tiere sind dann kaum zu sehen. Wenn Du frühmorgens über den See wanderst, knirschen steinhart gefrorene Salzkristalle unter deinen Füßen.

Highlights in und um Salar de Uyumi

Die Salzhügel: Zusammen mit den Salzhügeln, die bei der Salzabtragung entstehen, kannst du sfür einzigartige Fotos possieren. Die Salzmenge des Salar de Uyuni wird auf etwa zehn Milliarden Tonnen geschätzt. Davon werden jährlich 25.000 Tonnen abgetragen.

Die Insel Incahuasi: Dieser Wald aus 20 Meter hohen Kakteen liegt mitten in der Salzwüste, ist ihre einzige Erhebung und vulkanischen Ursprungs. Von Weitem wirkt die Insel wie eine Fata Morgana in der Wüste. Sie ist über die teils sieben Meter dicke Salzkruste mit dem Jeep, dem Fahrrad oder zu Fuß zu erreichen. Auf dem Weg dorthin triffst du auf Leben in der ansonsten kargen Wüste in Form von Flamingos, Lamas, Chinchillas und Alpacas. Von Incahuasi hast du einen wunderbaren Panoramablick über den Salar de Uyuni.

Der Zugfriedhof: Früher war das 80 Kilometer entfernt vom See gelegene Uyuni ein wichtiger Knotenpunkt für den chilenisch-bolivianischen Gütertransport. Seit die örtliche Industrie zusammengebrochen ist, ist das Örtchen recht trostlos. Übrig geblieben ist der größte Zugfriedhof der der Welt. Bizarr liegen die rostenden und vom Salz zerfressenen Dampfloks in der Landschaft herum und laden zum Klettern oder zu Selfies ein.

Die Salzgewinnung: 25.000 Tonnen im Jahr an Salz werden im 625-Seelen-Dorf Colchani am Rande des Salar de Uyumi hergestellt. Stolz präsentieren die Bewohner, viele der ethnischen Gruppe der Quechua zugehörig, in ihren Hinterhöfen, wie sie auf archaisch anmutende Art Salz herstellen.

Das Hotel Palacio del Sal: Das erste Salzhotel der Welt ist fast komplett aus Salzblöcken erbaut. Aus einer Million Salzblöcke bestehen Wände, Boden, Decken und Möbel des Luxus-Hotels mit Spa-Bereich. Es liegt am östlichen Rand des Salar de Uyuni. Mach es dir bequem auf Sitzblöcken aus Salz und laufe über den mit Salzkristallen bestreuten Boden. Esse auf Tischen aus Salz – dran zu lecken ist aber verboten! Kosten: Ca. 130 Euro im Standardzimmer.

Die Wüstensafaris: Vor Ort werden viele Jeep-Touren angeboten, Sowohl durch den Salar de Uyuni als auch mehrtägige Touren auf die Hochebene des Altiplano. Vorbei an Lagunen, bizarren Felsformationen, Vulkanen und Geysirfeldern geht es bis auf 5.000 Meter – da können die Temperaturen schon mal in den zweistelligen Minusbereich fallen. Sehr zu empfehlen ist der Tourenanbieter World Wide Travel. Eine Tagestour durch den Salar de Uyuni kostet etwa 40 Euro, eine dreitägige Tour nur in Bolivien etwa 100 Euro, wenn du nach Chile willst, kostet die Tour ca. 150 Euro, buchbar auch hier.

Beste Reisezeit

April bis Mai (da gibt´s den größten natürlichen Spiegel) oder September bis Dezember (die Salzwüste ist ausgetrocknet)

Anreise

Ausgangspunkt ist entweder der Flughafen Calama im Norden Chiles oder der Flughafen Uyuni. American Airlines oder Boliviana de Aviacion bringen dich zunächst nach La Paz, den Regierungssitz Boliviens, wenn du deinen Trip von Deutschland aus startest. Günstige Flüge findest du hier.

Was du einpacken solltest

  • Sonnenbrille – die Sonne wird vom weißen Salz stark reflektiert wird, im schlimmsten Fall kann Schneeblindheit drohen
  • Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor (ab 70 aufwärts) – durch die dünne Luft werden die UV-Strahlen nicht gefiltert
  • Kopfbedeckung
  • Ersatz-Akku und -Speicherkarten für Fotoapparat und Kamara – es gibt unterwegs keine Möglichkeit, Akkus aufzuladen
  • Schlafsack
  • Warme Kleidung – nachts kann es minus 20 Grad kalt werden
  • Taschenlampe und Ersatzbatterien – in den Unterkünften wird das Licht um ca. 22:00 Uhr abgeschaltet, es gibt nur Solarstrom
  • Wasser – die Touranbieter nehmen oft nicht genug Wasser mit
  • Medikament gegen Höhenkrankheit – kann in Uyuni in jeder Apotheke erworben werden

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