Tepoztlán – Wo sich Hippie und Schamane treffen

Tepoztlán – Wo sich Hippie und Schamane treffen

Auf meinen Reisen quer durch Mexiko habe ich viele faszinierende Orte kennengelernt. Einer davon lässt mich nicht mehr aus seinem Bann: Tepoztlán. Vor einem Jahr kam ich zum ersten Mal in das "pueblo mágico" im zentralmexikanischen Bundesstaat Morelos. Sofort war klar: Hier will ich bleiben! So wie mir geht's vielen Menschen aus aller Welt, die hier hängenbleiben oder immer wieder zurückkommen. Warum eigentlich? Ein Erklärungsversuch

Reisebericht

Da will ich auch hin!

Man sagt, die Berge seien verzaubert

Im Dorf erzählt man sich, wer Tepoztlán ein Mal besucht hat, kommt so schnell nicht wieder davon los. Man sagt auch, Tepoztláns Berge seien verzaubert.

Nüchtern betrachtet könnte man sagen: Tepoztlán ist einfach schön. Das romantische kleine Städtchen auf 1700 Metern ist eingebettet in ein grünes Tal, das von schroff in den Himmel ragenden, spektakulären Felsformationen umsäumt wird. Auf einem der mayestätischen Berge thront die Pyramide „El Tepozteco“. Das ganzjährig subtropische Klima gilt als eines der besten Mexikos, nie zu kalt, nie zu heiß. Pink-lila Bougainvillea-Blüten leuchten mit dem stechend blauen Himmel um die Wette, überall sieht man exotische Früchte wie Limonen oder Mangos auf den Bäumen. Um Tepoztlán herum liegt ein riesiger Nationalpark mit unglaublicher Artenvielfalt. Die hügeligen Sträßchen des Dorfes sind mit holprigem Kopfsteinpflaster versehen – High Heels-Trägerinnen haben es hier schwer. Wer auf Aktivurlaub oder alternativen Mexiko-Urlaub steht, ist hier genau richtig.

Am Wochenende ist Fiesta in den Straßen und Bars

Am Wochenende füllen sich die Gassen des pittoresken 14.130 Seelen-Städtchens: Vor allem Touristen aus dem 75 Kilometer entfernten Mexiko-Stadt fallen ein, um zu feiern oder sich zu erholen. Für sie hat Tepoztlán allerhand zu bieten: Bunt bemalte Restaurants locken mit mexikanischer und internationaler Küche. Vollgestopfte Geschäfte und Souvenirläden laden zum Shoppen ein. Spa-Ressorts, Massage, asiatische Wellness-Anwendungen und Temazcale sorgen für „Laid Back“-Atmosphäre. Laute und fröhliche Musik tönt aus den vielen Bars, in denen schon mittags feucht-fröhlich gefeiert wird. Die mächtigen Berge wachen über dem Geschehen und ziehen Wanderer auf ihre Pfade. Im Sonnenuntergang erstrahlen sie in rot-goldenem Glanz. Montags ist der Spuk wieder vorbei, die Straßen leeren sich und Ruhe kehrt ein. Tepoztlán ist wieder ein Ort zum die-Seele-baumeln-lassen.

Ein Schmelztiegel der Kulturen

Tepoztlán ist aber mehr als hübsche Häuser, Panoramalandschaft und Urlaubsflair. Was den Ort so besonders macht, sind seine Menschen. So wenig bekannt "Tepoz" in unseren Gefilden auch ist: Hier wildert ein Miniatur-Schmelztiegel der Kulturen. Vom Kanadier, der in „Tepoz“ gitarrespielend überwintert, über den Franzosen, der in seinem Café Quiche Lorraine und Crème brûlée anbietet, oder dem jungen mexikanischen Medizinstudenten, der hier zum Schamanen geworden ist, bis hin zum Apachen-Indianer aus Colorado, der zeremonielle Temazcal-Riten durchführt – ein buntes Sammelsurium von Leuten aus allen Ecken der Welt mit extravaganten Lebensentwürfen vereint hier eines: Die Lust an einem anderen Leben, weit weg von den Konventionen ihrer Heimatländer. Ein Flair von Hippie- und Aussteigertum schwebt über dem Städtchen. Respektvoll gehen die „Tepoztisos“, wie man die Ausländer hier nennt, und die „Tepoztecos“, die Dorfbewohner, miteinander um. Letztere sind ein spezielles Völkchen: vehement verteidigen sie ihr Dorf gegen den Bau einer Autobahn oder einer Luxus-Wohn- und Hotelanlage mit Golfclub. Die Mischung macht den einzigartigen Charakter dieses Bergdorfes aus: Multi-Kulti trifft auf urmexikanische Traditionen, man bereichert sich gegenseitig. Langweilig wird es hier nicht und man will gar nicht mehr weg. Oder sind es doch die verzauberten Berge Tepoztláns, die mich und so viele andere in ihren Bann ziehen?

Diese Highlights solltest du bei deinem Besuch in „Tepoz“ nicht verpassen

Wandere die Pyramide „El Tepozteco“ hoch: Um 1250 vom Stamm der Xochimilca erbaut, wurde ihr Tempel Tepoztecatl gewidmet, dem aztekischen Gott des Pulque. In der postklassischen Periode zog die Kultstätte Pilger sogar aus Guatemala an. Der Weg führt über einen steilen Fußweg durch dichten Wald, teils über Treppen, teils balanciert man auf Steinen den schwindelerregenden Weg über 450 Höhenmeter nach oben. Dort eröffnet sich ein traumhafter Panoramablick auf Tepoztlán und die bergige Landschaft von Morelos.

Besuche das Dominikanerkloster „Exconvento de la Natividad“: Erbaut wurde das Kloster zwischen 1555 und 1580 von der indigenen Bevölkerung Tepoztláns im Auftrag der Dominikanermönche. Seit 1994 ist es UNESCO-Weltkulturerbe. Ein Turm mit spektakulärem Ausblick, eine Kirche und ein Museum gehören zum Ensemble.

Geh Schlemmen auf dem Markt: An den Ständen werden traditionelle mexikanische Gerichte wie Barbacoa, Quesadillas, Gorditas, Chalupas, Tlacoyos und Cecina angeboten, dazu Spezialitäten aus „Tepoz“ wie die Itacates: dreieckige Maisfladen in Crème und Salsa mit geriebenem Käse. Sehr zu empfehlen (nicht nur) für Veganer ist der Stand El Tlecuil mit prähispanischem Essen wie Tlaltequeadas (Gemüsepuffer). Lecker Säfte und Fruchtwasser runden das Angebot ab.

Reiseinformationen und Tipps

Anreise: Lufthansa fliegt direkt von Frankfurt nach Mexiko-Stadt, Air France und British Airways mit Zwischenstopps. Günstige Flüge nach Mexiko findest du hier! Vom Flughafen Mexiko-Stadt fahren fünf Mal täglich Busse nach Tepoztlán (1 Std. 25 Min., ca. 8 Euro) oder stündlich ab der Busstation Taxqueña in Mexiko-Stadt (1 Std. 10 Min., ca. 5,50 Euro)

Unterkunft: Tepoztlán verfügt über viele Hotels – von luxuriös wie La Buena Vibra (Standardzimmer ab 116 Euro, Mehrbettzimmer schon ab 32 Euro) oder Jardin de la Abundancia (ab 71 Euro), über Mittelklasse-Hotels wie dem Tubo Hotel mit Zimmern aus Abwasserröhren (ab 29 Euro) bis zu preiswerten Hostels und Posadas wie dem Hostal Natural Mystic Tepoztlán (Camping ab 5 Euro, Mehrbettzimmer ab 9 Euro)

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