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Wellness pur im Klosterbräu in Tirol

Wellness pur im Klosterbräu in Tirol

Vorlieben sind ein bisschen wie Talent, manche Dinge liegen einem, andere weniger. Ich gehöre zu der Gattung Aktivurlauber. Ich rede nicht von Extremsport, aber faul am Strand liegen langweilt mich zu Tode. Ich paddle lieber mit dem Kanu den Fluss entlang oder gehe spazieren, egal ob durch die Stadt oder doch noch lieber durch die Natur. Das ist auch der Grund, weswegen ich bisher immer dankend abgelehnt habe, wenn Freunde mich fragten, ob ich nicht Lust hätte, mit ihnen ein Wellness Wochenende zu verbringen.


Dieses „wir ziehen uns alle aus und lassen uns durchkneten, dann schwitzen wir zusammen und lassen uns vor allen anderen mit dem Gartenschlauch kalt abbrausen“, hat mich einfach nie gereizt. Dabei durfte ich mir eigentlich kein so harsches Urteil erlauben, denn ausprobiert hatte ich dieses allseits gelobte Spa und Wellness nie. Nach einem Wochenende im Klosterbräu in Tirol kann ich nun behaupten, eine neue Vorliebe in mir ent- und geweckt zu haben.


Ich weilte gerade in meinem geliebten Singapur, als eine Einladung zu der 500 Jahres Feier des Klosterbräu im Tiroler Seefeld herein flatterte. Von Festmahlen an der Rittertafel und einer Gaudi-Olympiade war die Rede. Argumente, die mich sofort davon überzeugten, die Einladung anzunehmen. Meiner Freundin Silja wollte ich dann die Spa- und Wellness-Erfahrungen überlassen. Anderthalb Monate später, landeten wir, aus Hamburg und Berlin kommend, auf dem Münchener Flughafen.

Reisebericht

Ich erwarte Silja standesgemäß mit Rotkäppchen Rosé-Piccolöchen und einem Duplo in der Ankunftshalle. Vom Franz-Josef-Strauss Flughafen geht es mit dem Auto-Shuttle in gut zwei Stunden nach Seefeld in Tirol. Kaum haben wir die Innenstadt hinter uns gelassen, wachsen die ersten Berge aus dem platten Land empor. Für Fischköppe wie uns ist das immer unglaublich imposant. Vom Auto aus sehen wir die Zugspitze. Die Straßen werden mit der Zeit immer enger und kurviger. Elf Kilometer vor Seefeld passieren wir schließlich die Grenze nach Österreich.

In Seefeld angekommen, biegen wir in die Fußgängerzone ein und werden direkt vor dem Klosterbräu abgesetzt. Als wir die Empfangshalle des Hotels betreten, sind wir sofort begeistert. Die Mischung aus dem warmen Holz, der alten Klostergemäuer und der typisch österreichischen Gemütlichkeit mit modernem Design gefällt uns sehr. Ich zwicke Silja in die Seite, denn auf der Hotelbar steht ein kleiner Brunnen, aus dem tatsächlich unaufhaltsam Marillen-Schnaps plätschert.

Da wir wegen Flugverspätung erst kurz vor dem Abendprogramm eintreffen, beziehen wir schnell unser Zimmer und machen uns kurz frisch. Schon ruft der Hofnarr zum abendlichen Spektakel. Wir folgen seinem Ruf durch Gänge mit 400 Jahre alten Fresken. Hinter so manch einer schweren Holztür an der wir vorbei eilen verbergen sich ehemalige Mönchszellen, die in elegante Suiten umgewandelt wurden. Bei einem Theaterstück erfahren wir mehr über die Geschichte des Klosterbräus und dass sich hinter der dicken Felswand der sagenumwobene Blutaltar befindet.

Die ersten Touristen in Seefeld und auch im Klosterbräu waren Pilger. Nachdem der berüchtigte Ritter Oswald Milser im Jahre 1367 bei der Messe am Gründonnerstag eine größere Hostie als die anderen Leute forderte, tat sich plötzlich der Boden auf. Noch heute sieht man seinen Handabdruck an der Stelle des Altars, an der sich Ritter Oswald festhalten wollte sowie seinen Fußabdruck auf dem Boden eine Etage tiefer.

Um die Pilgerer zu beherbergen, stiftete Kaiser Maximilian I. ein Kloster. Nachdem zunächst Augustinermönche in dem Kloster wohnten und eine Fischerei und Brauerei betrieben, und das Kloster schließlich geschlossen und für die Landwirtschaft genutzt wurde, wandelten Sigmund Seyrling und seine Nachfolger das Klosterbräu langsam in ein Hotel um. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Universitätsklinik Innsbruck völlig zerstört, so dass das Klosterbräu in den Jahren 1943 bis 1953 als Ersatz diente, bevor es nach zehnjähriger Schließung mit zwölf Zimmern und einem Etagenbad wieder als Hotel in Betrieb genommen wurde. Nach dem frühen Tod seines Vaters übernahm Alois Seyrling 2005 das Klosterbräu, das er nun mit seinen zwei Schwestern, seiner Mutter, fünf weiteren Familienangehörigen und einem 100-köpfigen Team führt.

Als wir aus dem Theatersaal kommen, dämmert es bereits und das Licht flackert in den Fluren des Klosterbräus, wo jeden Abend hunderte von Kerzen entzündet werden (ungefähr 48.000 Kerzen verbraucht das Hotel jährlich!). Die Fanfaren blasen zum Mahl im geschmückten Klosterhof. Uns erwartet heute ein Abendessen an der Rittertafel. Bis zum Rand gefüllte Bier- und Weinkrüge stehen auf den Tischen, neben Holzbrettern mit Wurst- und Käsespezialitäten darauf. Die sind so lecker, dass wir kaum Platz im Magen für das Ritter-Buffet lassen können.

In den letzten Jahren hat das Klosterbräu sein kulinarisches Angebot immer wieder überarbeitet. Herausgekommen ist eine nachhaltige und gesunde Küche. Bei den Worten wird mir erst Angst und Bange, dass ich die nächsten Tage auf meine geliebten österreichische Hausmannskost verzichten muss, aber die Angst kann ich wenige Minuten später beim Anblick des Buffets gespickt mit Rinderbraten und Schweinshaxe direkt ablegen.

Bei den Speisen im Klosterbräu geht es darum, dass Zutaten aus der Region, wenn nicht gar aus eigener Produktion verwendet werden. So gibt es zum Beispiel Gemüse und Kräuter aus dem Klostergarten, in dem auch Bienen zu Hause sind, deren Honig es zum Frühstück geben wird. Vom selbstgebrauten Bier gehen jährlich ungefähr 25.000 Liter über den Tresen.

Seit dem Sommer ist Patrick Wohlfarter der Küchenchef. Er konzentriert sich auf das, was die Natur in der näheren Umgebung liefert und verkocht ausschließlich heimische und regionale Zutaten. 90 % der Produkte, die in der Küche verwertet werden, kauft das Klosterbräu regional und von Kleinstproduzenten wie auch von Klöstern. Während wir heute im Klosterhof speisen, haben die Gäste des Hauses normalweise die Wahl zwischen acht verschiedenen Restaurants und Dinner-Locations.

Nach unserem Festmahl, machen wir uns daran, die Bier- und Weinkrüge zu leeren und fallen schließlich mit einem seligem Lächeln in die Federn.

Seefeld für Pilgerer, Naturfreunde und Sportler

Unser Morgen beginnt mit einer kurzen Wanderung den Berg hinauf. Mit noch etwas müden Gliedern wackeln wir den Weg zu einer Bergwiese entlang, wo das Frühstück bereits auf uns wartet. Marktstände über und über bedeckt mit Leckereien von Müsli bis Speck warten darauf, geleert zu werden. Überall auf der Wiese liegen Heuballen und Wolldecken aus. Wir machen es uns bequem und genießen während eines ausgiebigen Sekt-Frühstücks einen fantastischen Blick auf Seefeld.

Seefeld ist eine außerordentlich sportliche Region. 1964, 1976 und 2012 war Seefeld 3-maliger Olympiaaustragungsort der nordischen Bewerbe, 1985 Gastgeber der Nordischen Skiweltmeisterschaft und ist alljährlicher Veranstalter des Nordischen Weltcups.

Ich als Fischkopp bin kein Wintersportler, aber ich mag durchaus durch eine schöne Schneelandschaft spazieren. Die Region um Seefeld herum, eignet sich das ganze Jahr für Wanderungen. Neben den Winterwanderwegen, werden im Sommer Wanderungen mit verschiedenen Themenschwerpunkten angeboten. Naturfreunde können die Landschaft bei einer Drei-Seen-Wanderung genießen oder auf dem Mental-Power-Weg Kraft tanken.

Auch wir werden jetzt körperlich gefordert und machen uns auf den Weg zur Gaudi-Olympiade. Wir werden in Teams aufgeteilt und ich bin direkt bei der ersten Disziplin schwer begeistert, wie Silja offenbar mühelos einen alten Trecker samt Anhänger rückwärts einparkt. Der Moderator Alexander Mazza stellt derweil nebenan vermutlich den neuen Weltrekord im Bierkrug-Stemmen auf und ich mache ich recht gut im Schießen, nachdem ich herausgefunden habe, dass es man beim Gewehrzielen das offene Auge besser benutzen sollte als das geschlossene.
Was soll ich sagen? Unsere Truppe hat sich fantastisch geschlagen und wir haben die Olympiade tatsächlich gewonnen! Somit konnten wir uns abends im Anschluss an das Galadinner an der 60 Meter langen Tafel im legendären Nachtclub Kanne ordentlich feiern lassen. Hier haben es die Superstars in den 60er und 70er Jahren bereits ordentlich krachen lassen.

YOUNIQUE Spa Erlebnisse

Nach unseren aktiven Tagen möchten wir nun den über 3.500qm großen Spa und Wellnessbereich, der unter der Leitung von Laura Seyrling und dem Motto YOUNIQUE steht, ausprobieren. Hier dreht sich alles um die persönlichen Wünsche, weil jeder Gast das perfekte Wohlfühlerlebnis haben soll. Deswegen findet bei einem Besuch zuerst ein individuelles Vorgespräch statt. Der Gast bucht also nicht direkt die Behandlungen, sondern einen Zeitraum. In dem Gespräch wird analysiert, wie es dem Gast geht, was ihm Sorgen macht und wie er sich nach der Behandlung fühlen möchte. Anhand der Antworten und Vorlieben wird die perfekte Behandlung zusammengestellt.

Es ist noch früh und ich versuche mich immer noch ein bisschen heraus zu winden, aber Silja besteht drauf, dass ich mir endlich mal einen Entspannungstag gönne. Nach allem was ich bereits gelesen habe, ist das Klosterbräu der richtige Ort dafür. Durch den langen 500 Jahre alten Klostergang, gehen wir in Richtung Spiritual SPA und steigen locker mit ein bisschen Sport im Fitnesscenter ein. Das trifft meinen Geschmack.

Im Anschluss hüpfen wir in unsere Badeanzüge und schwimmen ein paar Runden im ganzjährig beheizten Außenpool. Der Pool ist umgeben von einem wunderschönen, am Hang gelegenen Garten. Vom Wasser aus sieht man die schneebedeckten Berge und die Spitze des Kirchturms. Nach einigen Bahnen legen wir uns vor die Massage-Düsen. Ich muss zugeben, mit diesem Ausblick und mitten in der Natur lässt es sich ganz wunderbar entspannen.

Neben dem Außenpool gibt es einen weiteren Pool im Gebäude. Neben dem Pool stehen Gurken- und Zitronenwasser, verschiedenes Tees sowie Nüsse und Obst bereit. Wir bedienen uns und legen uns auf die Liegen auf der gegenüberliegenden Seite der beiden Whirlpools.

Gerade als wir es uns gemütlich gemacht haben, sehen wir die Séparées am Ende der Schwimmhalle. Die müssen wir uns angucken. Sie sehen aus wie kleine voneinander getrennte Gewölbe und haben einen Vorhang, so dass man dahinter unbeobachtet ein kleines Nickerchen halten kann. Erst als wir auf die Matratze plumpsen, merken wir, dass es Wasserbetten sind. Einem kleinen Mittagsschläfchen steht nichts im Weg.

Ausgeschlafen sind wir bereit für’s Saunen. Im Klosterbräu gibt es verschiedene Möglichkeiten, ins Schwitzen zu geraten. Wir haben die Wahl zwischen sechs verschiedenen Saunen, inklusive einer Infrarot Kabine und einem Dampfbad. Die größte Sauna ist ein handgeschnitztes Meisterwerk, denn sie ist der Form eines Gletschers nachempfunden und hat weder Ecken noch Kanten. Mehrmals in der Woche führt Gernot Gerald durch das Saunaprogramm und gibt Tipps rund ums Saunieren nach dem Mönch Kneipp-Prinzip. Neben allerlei Duschen und Abkühlbecken gibt es im Saunabereich sogar ein Fischbecken für die Fußpflege.

Der geheimnisvollste Ruheraum ist der Sünden-Keller. Der Wellnessbereich hier ist ein Teil des direkt auf Fels gebauten Weinkellergewölbes. Im Sünden-Keller kann man mithilfe von Hopfen und Malz entspannten, oder anders gesagt: beim Zapfen eines frischen Klosterbräu-Bier vom Bierbrunnen.

Während Silja noch ein bisschen weiter schwitzt, ist es Zeit für meine Gesichtsbehandlung, für die ich mich als Einstieg in die Spa und Wellness-Welt entschieden haben. Meine Haut wird analysiert, um schließlich die richtigen Peelings und Cremes zu verwenden. Das Klosterbräu arbeitet mit den Produkten vom Team Dr. Joseph, die ebenfalls Tradition und Moderne verbinden und antike Weisheiten der Volksmedizin mit modernsten, wissenschaftlichen Erkenntnisse und Technologie kombinieren. Ich lehne mich zurück und genieße (tatsächlich) die Behandlung.

Mit samtweicher Haut und dem Gefühl mindesten zehn Jahre jünger auszusehen, gehe ich die Treppe hinauf zum Vital-Bistro. Vor dem Bistro steht ein weiterer Tresen mit Nüssen, Obst, frischen Säften und Tees. Ich mache mir einen kleinen Snack-Teller fertig und gieße mir einen Tee auf, um dann in den Ruhe- und Leseraum zu gehen. Hier gibt es eine riesige Couchlandschaft, leise Musik und gedämpftes Licht. Ich nehme mein Buch und lese ein paar Seiten, bevor ich selig eindöse und direkt von meinem nächsten Spa und Wellness-Urlaub träume.

Informationen zum Klosterbräu

  • Adresse
    Klosterstrasse 30
    6100 Seefeld
    Tirol - Österreich
  • Preise
    Einzelzimmer ab 196 € pro Person und Nacht
    Doppelzimmer ab 142 € pro Person
    Suiten ab 227 € pro Person
    inklusive Gourmetpension und der Klosterbräu-Luxury-Services, Nutzung von Saunalandschaft und Schwimmbädern.
  • Tipp
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  • Hunde
    „5 Sterne für 4 Pfoten“ Hunde sind im Klosterbräu willkommen. Es gibt die Möglichkeit, Zimmer mit direktem Gartenzugang zu buchen. Hundebettchen und Näpfe sind im Zimmer bereitgestellt und es gibt einen Dogsittingservice, falls ihr den Hund nicht mit auf die Wanderung nehmen möchtet.

Vielen Dank, liebe Familie Seyrling, für die Einladung zu einer wundervollen Feier und den fantastischen Einblick in die unglaubliche Geschichte des Klosterbräu. Wir sehen uns ganz sicher bald wieder!

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