Mit meinen 70 Jahren auf diesem schönen Fleckchen Erde darf ich mich mit Fug und Recht als Neufundländer durch und durch bezeichnen. Ich bin verdammt stolz auf mein kleines Stück Kanada, durch das ich Besucher fahre.

Larry Hann - Neufundländer durch und durch

Die Leute verstehen mich immer schlecht, aber sie lieben, was ich sage. Und in Neufundland haben alle „a whale of a time“. Vor Kurzem habe ich eine Tour mit Bryan Adams durch Neufundland gemacht. Er hat mir danach gesagt, dass Neufundland das achte Weltwunder werden sollte. Ich denke, er hat recht. Wenn ich nicht Touristen durch die Gegend fahre und ihnen von Neufundland erzähle, gehe ich fischen. Ich bin am liebsten draußen auf dem Wasser. Ich liebe mein Fischerboot – meine Frau sagt mir, mehr als sie, und sie hat recht.

Wenn ich fische, bin ich voll und ganz in meinem Element. Nur davon leben konnte ich nie. Dabei bin ich in einem Fischerdorf aufgewachsen, und auch mein Vater war Fischer. Aber er hat mir und meinen Brüdern immer gesagt, Fischer sei kein richtiger Beruf, weil man nie gewinnen könne und immer Schulden bei den Händlern habe. Die bewerteten unseren Fang. War er perfekt, wurde er nach Spanien und in andere europäische Länder verkauft, der Schlechteste ging an die West Indies. Meine Mutter und ich haben meinem Vater geholfen und den Fisch gesalzen, damit er länger frisch blieb, und dann zum Trocknen ausgelegt.

In den 1960ern rief die Regierung ein Umsiedlungsprogramm ins Leben, wonach Familien aus kleinen Küstengemeinschaften in größere Städte umgesiedelt wurden. Mein Vater bekam 2000 kanadische Dollar geboten – so viel Geld hatte er noch nie zuvor gesehen. Er konnte kaum seinen eigenen Namen schreiben und tat sich mit dem neuen Leben schwer, bekam nie einen festen Job. Meinen Brüdern und mir ist es sehr viel besser ergangen. Und es ist schön, nicht von dem leben zu müssen, was man am meisten liebt.

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