Ich liebe meine Heimat Irland, doch das schlechte Wetter und die gesellschaftlichen Zwänge frustrierten mich. Also ging ich auf Weltreise. Als ich zurückkehrte, kam ich zuhause überhaupt nicht mehr klar. Für mich gab es nur noch eine Option: Raus aus dem alten Leben!

Aufgewachsen im irischen Monaghan faszinierten mich schon immer fremde Kulturen. Nach meinem Jura-Studium wurde ich Anwältin in Dublin.

Ich mag Irland mit seinen zerklüfteten Bergketten, Seen, Klippen, Stränden und Inseln, aber die Kälte und den Regen habe ich nie gemocht. Ich bin ein Sonnenkind. Auch das getaktete Leben, die vielen Regeln, die Zwänge und Konventionen im Job – so richtig passte ich nicht rein. Und ich wollte die Welt entdecken.

Ich beschloss, mir ein Jahr Auszeit zu nehmen und auf Weltreise zu gehen. Nach meinen Stationen in London, Thailand, Vietnam, Kambodscha, Australien, Neuseeland, Fidschi, Chile und Peru blieb ich in Ecuador hängen. Mein letztes Geld gab ich auf den Galapagosinseln aus, also arbeitete ich für vier Dollar täglich in einer Strandbar. Meinen Rückflug hatte ich mittlerweile verpasst. Ein Jahr später als geplant kehrte ich zurück nach Irland. Schnell war klar: Nach so langer Zeit abroad war ich "Out of the system". Ich blieb nur einen Monat in meiner alten Heimat.

2010 verschlug es mich zum ersten Mal nach Mexiko. Die Farben, die Gerüche, die Feste, das Essen, das Chaos – das alles hatte es mir vom ersten Moment an angetan. Nach einem Jahr in Mexiko-Stadt wollte ich zwar nicht auf das mexikanische Chaos verzichten, es aber doch ruhiger haben und frische Luft atmen. Mit meiner in Mexiko-Stadt adoptierten Hündin zog ich nach Tepoztlán im zentralmexikanischen Bergland.

Dort schlug ich mich zunächst als Masseurin und Englisch-Lehrerin durch. Aktuell arbeite ich als Online-Übersetzerin für spanische, ecuadorianische und argentinische Firmen und absolviere ein Fernstudium als Übersetzerin an der University of Portsmouth, Schwerpunkt Menschenrechte.

Auch wenn mein Weg manchmal ein steiniger war und es nicht immer einfach ist, so weit entfernt von der Familie zu leben – wenn ich im Garten meiner Wohnung schon morgens die Sonnenstrahlen spüre und die majestätischen Berge Tepoztláns sehe, wenn mich dieses lebensfrohe Land immer wieder aufs Neue überrascht, dann bin ich mir sicher, dass es richtig war, aus den Konventionen auszubrechen. Und ich mein ganz eigenes Projekt „Out of the System“ weiterleben möchte.

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