Ich bin eine irische Künstlerin und verarbeite in meinen Werken ein Stück Geschichte Irlands, damit die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät.

Orlagh Meegan Gallagher – Das Unfassbare greifbar machen

Seit 1987, als ich das National College of Art & Design in Dublin absolvierte, habe ich als Künstlerin fürs Fernsehen, Theater und Kino gearbeitet. 2013 bekam ich den Auftrag, für das Carrickmacross Workhouse in Monaghan ein Stück bedeutender irischer Geschichte als Kunst zu verarbeiten. Für viele Iren sind die ehemaligen „Arbeitshäuser“ ein abscheuliches Thema, während die meisten ausländischen Besucher noch nie davon gehört haben.

Workhouses waren eine englische Institution und in Irland von etwa 1840 bis 1920 in Betrieb. Dort fanden Menschen, die selbst nicht mehr ihren Lebensunterhalt verdienen konnten, Zuflucht – und „zahlten“ Arbeit gegen Essen. Familien wurden sofort nach Männern, Frauen und Kindern getrennt und bis zum bitteren Ende ausgebeutet. Um den Leuten diese Geschichte näherzubringen, habe ich das, was den Menschen damals geschah, durch meine Kunstwerke nachgestellt.

Schattengestalten, die sich auf ein großes schwarzes Loch in Form einer Tür zubewegen, stellen die Armen dar, die damals notgedrungen ins Workhouse einzogen. Original Kinderkleider, die an der Wand hängen, erinnern an Hunderte von namenlosen Kindern, von denen 200 in einem kleinen Schlafsaal zusammengepfercht wurden. Kleine Koffer sind ein Symbol für viele Mädchen, die nach Australien verschifft wurden, um mit dorthin ausgesiedelten englischen Verbrechern Familien zu gründen. Oftmals kamen sie aber schon vergewaltigt und schwanger an. Meine Kunstwerke sollen etwas greifbar machen, wofür uns oft die Worte fehlen.

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